Hallo zurück!
Wie angekündigt folgt hier eine kleine Einführung in die Struktur in meinem Kindergarten. Und danach kommt noch ein Zusatz, bei dem ich immer noch grinsen muss.
Aber zuerst einmal die Struktur:
Insgesamt hat meine Einsatzstelle 2 Standorte: Einen in der Linsengasse, in der ich arbeite und einen in Viktringen, etwas außerhalb von Klagenfurt. Auf diese beiden Kindergärten sind 6 Gruppen aufgeteilt. Viktringen hat 2 Gruppen und die Linsengasse 4.
Die Gruppen werden durch die Altersklasse der Kinder unterschieden. Es gibt die Kleinkindgruppe für Kinder von 1 ½ - 3 Jahren und dann die Kindergartengruppe für "junge Erwachsene" von 3 - 6 Jahren. Pro Kleinkindgruppe sind bis zu 15 Kinder mit 2 Erzieher/innen zusammen und in der Kindergartengruppe tummeln sich bis zu 20 Kinder mit ebenfalls 2 Erzieherinnen. In meiner Gruppe sind wir 21 Kinder, solche Ausnahmen werden aber versucht zu verhindern.
Genug Zahlen. Denn in den Kindergartengruppen gibt es weitere Unterteilungen. Diese sind aber nicht wirklich spürbar, sondern dienen mehr als Hilfe und als Richtlinie, was man mit den Kindern schon ausprobieren kann und was vielleicht noch zu schwer ist. Jedoch hat trotzdem jedes Kind die Möglichkeit, alles auszuprobieren und wird nicht gehindert, wenn etwas womöglich noch zu kompliziert ist. Die jüngsten und auch die neuen Kindergartenkinder sind erst mal Sternenkinder. Für sie gibt es zum Beispiel Wachsmalblöcke anstelle von Stiften und zum Geburtstag dieses Jahr ein kleines Sternenkind in einem Beutel, den sie sich um den Hals hängen können.
Kinder die schon länger im Kindergarten sind und vom Alter mittig in der Altersspanne liegen, gehören zu den Mondenkindern. Für diese Kinder stehen Stifte bereit (um bei diesem Beispiel zu bleiben). Unsere Ältesten und Kinder die das nächste Jahr in die Schule kommen sind die Sonnenkinder. Für sie gibt es besondere Stifte und die Sonnenkinderstunde, in denen sie Aufgaben und Angebote bekommen, die sie mehr fordern. Wenn ein Kind aber noch ein Jahr länger bleibt, ist es ein Königskind. Momentan besteht meine Gruppe aus 12 Sonnenkindern, was eine sehr hohe Anzahl ist und daher auch ein wenig mehr Arbeit erfordert. (Was aber nichts daran ändert, dass die Arbeit Spaß macht). Für die Kinder ist es wichtig, zu unterscheiden in welcher Phase dieser drei "Gruppen" sie sind und sie reden viel darüber. Aber eine wirkliche Abspaltung von außen findet nur während der Sonnenkinderstunde statt.
Sonntag, 24. September 2017
Montag, 18. September 2017
Die erste Woche und Mehr
Willkommen zurück!
Die erste Woche im Kindergarten ist vorbei und die zwei Tage Wochenende wurden fleißig zum Entspannen genutzt. Inklusive ein wenig krank fühlen. Ohne Halsweh und Schlappheit geht es ja auch nicht.
In der ersten Woche hier ging es schon hoch her. Geburtstage, neue Kindergartenkinder und das erste Mal nicht nur "helfen und da sein" sondern voll mit eingespannt sein. Aufregend!
Am Montag ging es, wie jetzt jeden Tag, schon früh los: 8:00 ist Arbeitsbeginn, also um halb 7 den ersten Wecker an die Wand werfen. Nach der Ankunft im Kiga durfte ich erst mal Puppen anziehen (zum Glück die mit Gesicht; die ohne finde ich doch ein wenig gruselig...) und schon mal meine Tröstefähigkeiten testen. Für die Kleinen war es ebenfalls der erste Tag nach der langen Sommerpause und da fiel manchen der Abschied von Mama noch ein wenig schwer. Schnell hingegen ging die gegenseitige Gewöhnung aneinander. Die Kinder sind offen und neugierig auf mich zugegangen, was ein schönes Gefühl war. Neugierige Fragen und "Ich mag auch das tun was du tust" waren das erste, was ich gehört habe neben einem "Guten Morgen".
Da Montag war stand Kneten auf dem Plan.
In einem Waldorfkindergarten sind die Tage gleich strukturiert und die jeweiligen Wochentage sind gleich. Also jeden Montag Kneten, jeden Dienstag Malen und so weiter. Das gibt den Kindern Sicherheit und Rhythmus, etwas was in dem Alter sehr wichtig ist, laut Rudolf Steiner.
Also habe ich mich darin versucht und, kaum zu glauben, es ist tatsächlich etwas niedliches entstanden: Ein Feuer speiender Drache. Ein Bild davon findet ihr in meinem online Fotoalbum.
Nach dem Kneten wird eine halbe Stunde lang aufgeräumt und dann treffen sich alle im Morgenkreis. Dieser findet jeden Tag statt. Während dieses Treffens wird gespielt, gesungen und allerlei Fingerspiele gemacht. Außerdem werden Geburtstagskinder gefeiert. Davon hatten wir am Freitag gleich 2. Ein Bild vom "Geburtstagsritual" lade ich ebenfalls hoch.
Nach dem Morgenkreis kommt die Jause. Jause ist hier gefühlt so ziemlich alles was mit Essen zu tun hat. Mit dem Essen hält es sich genauso wie mit den Aktivitäten: Jeder Montag ist gleich usw. In den Fotos findet ihr dann noch mal den Essensplan und auch wie die Woche so aufgebaut ist.
Wenn alles verputzt und die knurrenden Mägen gestillt sind geht es zu einer Geschichte und dann raus. Das bedeutet für mich: Kinder anziehen. Gatschhosen, Gummistiefel und Gatschjacken sind hier in der letzten Woche Standart gewesen.... (Gatschgewand nennt man übrigens hier die Regensachen. Was für eine Umgewöhnung!)Wenn die Kids erst mal draußen sind, kann drinnen aufgeräumt werden und mit den letzten diskutiert werden, dass das Wasser von oben nicht giftig ist und man sich nicht auflöst, selbst wenn man so süß wie Zucker ist.
Viele Kinder werden zu dem Zeitpunkt schon abgeholt, auf der Uhr ist es jetzt zwischen 12:00 und 13:00. Wir FSJler und Erzieher sind dabei bei egal welchem Wetter mit draußen. Und das erste was ich gemacht habe war mir Gummistiefel und eine Regenhose zu kaufen. Ein Mal nasse Füße reicht. Außerdem hab ich in dieser Zeit meine Pause und kann also ein wenig entspannen. Außerdem wird in der Zeit die Mittagsgruppe vorbereitet für alle, die noch länger bleiben. Also Schüsseln, Löffel, Becher und Getränke auf den Tisch. Um 13:00 folgt dann das Essen. Übrigens ist hier alles so ausgelegt, dass nur mit Löffeln und hauptsächlich aus Schälchen gegessen wird.
Wenn auch die zweite Jause verspeist ist, geht es meistens wieder raus. In dem Moment startet für mich die Küchenarbeit: Geschirrspüler aus- und einräumen, Tische wischen und wieder richtig hinstellen. Fegen, Staubsaugen, Abwaschen und wenn noch Zeit ist noch ein wenig frische Luft schnappen. Sobald das letzte Kind abgeholt ist, werden noch mal alle Toiletten desinfiziert und die Garderobe gefegt. Unglaublich was da an Dreck zusammenkommt. Selbst, wenn es mal nicht regnet.
Zwei Mal in der Woche kommt die Putzfrau, dann muss alles so kreativ und effizient wie möglich hochgestellt werden. Davon findet ihr auch ein Bild in dem Album.
Um halb 4 geht es dann nach Hause. Manchmal noch mit Essen in den Taschen, weil etwas übergeblieben ist und weil wir viele Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Gemüse vom Kindergarten bekommen. Damit wir auch zu Hause was zu Essen haben.
Die erste Woche im Kindergarten ist vorbei und die zwei Tage Wochenende wurden fleißig zum Entspannen genutzt. Inklusive ein wenig krank fühlen. Ohne Halsweh und Schlappheit geht es ja auch nicht.
In der ersten Woche hier ging es schon hoch her. Geburtstage, neue Kindergartenkinder und das erste Mal nicht nur "helfen und da sein" sondern voll mit eingespannt sein. Aufregend!
Am Montag ging es, wie jetzt jeden Tag, schon früh los: 8:00 ist Arbeitsbeginn, also um halb 7 den ersten Wecker an die Wand werfen. Nach der Ankunft im Kiga durfte ich erst mal Puppen anziehen (zum Glück die mit Gesicht; die ohne finde ich doch ein wenig gruselig...) und schon mal meine Tröstefähigkeiten testen. Für die Kleinen war es ebenfalls der erste Tag nach der langen Sommerpause und da fiel manchen der Abschied von Mama noch ein wenig schwer. Schnell hingegen ging die gegenseitige Gewöhnung aneinander. Die Kinder sind offen und neugierig auf mich zugegangen, was ein schönes Gefühl war. Neugierige Fragen und "Ich mag auch das tun was du tust" waren das erste, was ich gehört habe neben einem "Guten Morgen".
Da Montag war stand Kneten auf dem Plan.
In einem Waldorfkindergarten sind die Tage gleich strukturiert und die jeweiligen Wochentage sind gleich. Also jeden Montag Kneten, jeden Dienstag Malen und so weiter. Das gibt den Kindern Sicherheit und Rhythmus, etwas was in dem Alter sehr wichtig ist, laut Rudolf Steiner.
Also habe ich mich darin versucht und, kaum zu glauben, es ist tatsächlich etwas niedliches entstanden: Ein Feuer speiender Drache. Ein Bild davon findet ihr in meinem online Fotoalbum.
Nach dem Kneten wird eine halbe Stunde lang aufgeräumt und dann treffen sich alle im Morgenkreis. Dieser findet jeden Tag statt. Während dieses Treffens wird gespielt, gesungen und allerlei Fingerspiele gemacht. Außerdem werden Geburtstagskinder gefeiert. Davon hatten wir am Freitag gleich 2. Ein Bild vom "Geburtstagsritual" lade ich ebenfalls hoch.
Nach dem Morgenkreis kommt die Jause. Jause ist hier gefühlt so ziemlich alles was mit Essen zu tun hat. Mit dem Essen hält es sich genauso wie mit den Aktivitäten: Jeder Montag ist gleich usw. In den Fotos findet ihr dann noch mal den Essensplan und auch wie die Woche so aufgebaut ist.
Wenn alles verputzt und die knurrenden Mägen gestillt sind geht es zu einer Geschichte und dann raus. Das bedeutet für mich: Kinder anziehen. Gatschhosen, Gummistiefel und Gatschjacken sind hier in der letzten Woche Standart gewesen.... (Gatschgewand nennt man übrigens hier die Regensachen. Was für eine Umgewöhnung!)Wenn die Kids erst mal draußen sind, kann drinnen aufgeräumt werden und mit den letzten diskutiert werden, dass das Wasser von oben nicht giftig ist und man sich nicht auflöst, selbst wenn man so süß wie Zucker ist.
Viele Kinder werden zu dem Zeitpunkt schon abgeholt, auf der Uhr ist es jetzt zwischen 12:00 und 13:00. Wir FSJler und Erzieher sind dabei bei egal welchem Wetter mit draußen. Und das erste was ich gemacht habe war mir Gummistiefel und eine Regenhose zu kaufen. Ein Mal nasse Füße reicht. Außerdem hab ich in dieser Zeit meine Pause und kann also ein wenig entspannen. Außerdem wird in der Zeit die Mittagsgruppe vorbereitet für alle, die noch länger bleiben. Also Schüsseln, Löffel, Becher und Getränke auf den Tisch. Um 13:00 folgt dann das Essen. Übrigens ist hier alles so ausgelegt, dass nur mit Löffeln und hauptsächlich aus Schälchen gegessen wird.
Wenn auch die zweite Jause verspeist ist, geht es meistens wieder raus. In dem Moment startet für mich die Küchenarbeit: Geschirrspüler aus- und einräumen, Tische wischen und wieder richtig hinstellen. Fegen, Staubsaugen, Abwaschen und wenn noch Zeit ist noch ein wenig frische Luft schnappen. Sobald das letzte Kind abgeholt ist, werden noch mal alle Toiletten desinfiziert und die Garderobe gefegt. Unglaublich was da an Dreck zusammenkommt. Selbst, wenn es mal nicht regnet.
Zwei Mal in der Woche kommt die Putzfrau, dann muss alles so kreativ und effizient wie möglich hochgestellt werden. Davon findet ihr auch ein Bild in dem Album.
Um halb 4 geht es dann nach Hause. Manchmal noch mit Essen in den Taschen, weil etwas übergeblieben ist und weil wir viele Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Gemüse vom Kindergarten bekommen. Damit wir auch zu Hause was zu Essen haben.
Sonntag, 10. September 2017
Willkommen!
"Die Waldorfpädagogik orientiert sich an den Grundbedürfnissen des Kindes wie Liebe, Geborgenheit und Anerkennung. Ein wesentlicher pädagogischer Ansatz liegt in der Beziehung zwischen dem Erwachsenen und dem Kind.
In den ersten sieben Lebensjahren braucht das Kind eine liebe- und verständnisvolle Begleitung des Erwachsenen, vielfältige sinnvolle Tätigkeiten und genügend Zeit zur Entwicklung." - Waldorfkindergarten Klagenfurt
Herzlich Willkommen auf meinem Blog!
Schön, dass ihr hergefunden habt. Sei es aus Zufall oder weil ihr den Link bekommen habt; ich hoffe, ihr habt Zeit und ein wenig Interesse mitgebracht.
In den nächsten Monaten werden sich hier Informationen und Berichte aus meinem Jahr in Klagenfurt sammeln. Fotos, Erlebnisse und Momentaufnahmen, aber auch immer wieder Hintergrundwissen zur Erziehungskunst Rudolf Steiners -auch Waldorf genannt- werden darauf warten, von euch entdeckt zu werden.
Wenn Fragen auftauchen gibt es unten ein Kontaktformular. Ich bin offen für Anregungen, Fragen, Kritik oder was ihr sonst so loswerden wollt.
Das Zitat oben stammt aus dem Internetauftritt meiner neuen Arbeitsstelle. Für 11 Monate werde ich Teil eines Waldorfkindergarten sein und tauche damit in eine für mich völlig unbekannte Welt ein.
Bisher hatte ich noch nichts mit Waldorf zu tun, außer den üblichen Klischees "Kannst du deinen Namen tanzen?". Tages- und Wochenrhythmen, Feiertage und Waldtage gehören zu meinem "neuen Leben". Die Philosophie hinter der Arbeit und dem Geschehen werde ich in dieser doch kurzen Zeit bestimmt nicht ganz durchschauen, aber ich hoffe darauf, etwas zu finden, das ich mitnehmen kann und das mir auch in Deutschland erhalten bleibt.
Ich freue mich sehr darauf, meine Erlebnisse und mein neu errungenes Wissen mit euch zu teilen!
Monja
Abonnieren
Kommentare (Atom)