Montag, 18. September 2017

Die erste Woche und Mehr

Willkommen zurück!

Die erste Woche im Kindergarten ist vorbei und die zwei Tage Wochenende wurden fleißig zum Entspannen genutzt. Inklusive ein wenig krank fühlen. Ohne Halsweh und Schlappheit geht es ja auch nicht.

In der ersten Woche hier ging es schon hoch her. Geburtstage, neue Kindergartenkinder und das erste Mal nicht nur "helfen und da sein" sondern voll mit eingespannt sein. Aufregend!

Am Montag ging es, wie jetzt jeden Tag,  schon früh los: 8:00 ist Arbeitsbeginn, also um halb 7 den ersten Wecker an die Wand werfen. Nach der Ankunft im Kiga durfte ich erst mal Puppen anziehen (zum Glück die mit Gesicht; die ohne finde ich doch ein wenig gruselig...) und schon mal meine Tröstefähigkeiten testen. Für die Kleinen war es ebenfalls der erste Tag nach der langen Sommerpause und da fiel manchen der Abschied von Mama noch ein wenig schwer. Schnell hingegen ging die gegenseitige Gewöhnung aneinander. Die Kinder sind offen und neugierig auf mich zugegangen, was ein schönes Gefühl war. Neugierige Fragen und "Ich mag auch das tun was du tust" waren das erste, was ich gehört habe neben einem "Guten Morgen".

Da Montag war stand Kneten auf dem Plan. 

In einem Waldorfkindergarten sind die Tage gleich strukturiert und die jeweiligen Wochentage sind gleich. Also jeden Montag Kneten, jeden Dienstag Malen und so weiter. Das gibt den Kindern Sicherheit und Rhythmus, etwas was in dem Alter sehr wichtig ist, laut Rudolf Steiner. 

Also habe ich mich darin versucht und, kaum zu glauben, es ist tatsächlich etwas niedliches entstanden: Ein Feuer speiender Drache. Ein Bild davon findet ihr in meinem online Fotoalbum. 
Nach dem Kneten wird eine halbe Stunde lang aufgeräumt und dann treffen sich alle im Morgenkreis. Dieser findet jeden Tag statt. Während dieses Treffens wird gespielt, gesungen und allerlei Fingerspiele gemacht. Außerdem werden Geburtstagskinder gefeiert. Davon hatten wir am Freitag gleich 2. Ein Bild vom "Geburtstagsritual" lade ich ebenfalls hoch.

Nach dem Morgenkreis kommt die Jause. Jause ist hier gefühlt so ziemlich alles was mit Essen zu tun hat. Mit dem Essen hält es sich genauso wie mit den Aktivitäten: Jeder Montag ist gleich usw. In den Fotos findet ihr dann noch mal den Essensplan und auch wie die Woche so aufgebaut ist. 
Wenn alles verputzt und die knurrenden Mägen gestillt sind geht es zu einer Geschichte und dann raus. Das bedeutet für mich: Kinder anziehen. Gatschhosen, Gummistiefel und Gatschjacken sind hier in der letzten Woche Standart gewesen.... (Gatschgewand nennt man übrigens hier die Regensachen. Was für eine Umgewöhnung!)Wenn die Kids erst mal draußen sind, kann drinnen aufgeräumt werden und mit den letzten diskutiert werden, dass das Wasser von oben nicht giftig ist und man sich nicht auflöst, selbst wenn man so süß wie Zucker ist.  

Viele Kinder werden zu dem Zeitpunkt schon abgeholt, auf der Uhr ist es jetzt zwischen 12:00 und 13:00. Wir FSJler und Erzieher sind dabei bei egal welchem Wetter mit draußen. Und das erste was ich gemacht habe war mir Gummistiefel und eine Regenhose zu kaufen. Ein Mal nasse Füße reicht. Außerdem hab ich in dieser Zeit meine Pause und kann also ein wenig entspannen. Außerdem wird in der Zeit die Mittagsgruppe vorbereitet für alle, die noch länger bleiben. Also Schüsseln, Löffel, Becher und Getränke auf den Tisch. Um 13:00 folgt dann das Essen. Übrigens ist hier alles so ausgelegt, dass nur mit Löffeln und hauptsächlich aus Schälchen gegessen wird. 

Wenn auch die zweite Jause verspeist ist, geht es meistens wieder raus. In dem Moment startet für mich die Küchenarbeit: Geschirrspüler aus- und einräumen, Tische wischen und wieder richtig hinstellen. Fegen, Staubsaugen, Abwaschen und wenn noch Zeit ist noch ein wenig frische Luft schnappen. Sobald das letzte Kind abgeholt ist, werden noch mal alle Toiletten desinfiziert und die Garderobe gefegt. Unglaublich was da an Dreck zusammenkommt. Selbst, wenn es mal nicht regnet. 
Zwei Mal in der Woche kommt die Putzfrau, dann muss alles so kreativ und effizient wie möglich hochgestellt werden. Davon findet ihr auch ein Bild in dem Album. 

Um halb 4 geht es dann nach Hause. Manchmal noch mit Essen in den Taschen, weil etwas übergeblieben ist und weil wir viele Lebensmittel wie Nudeln, Reis und Gemüse vom Kindergarten bekommen. Damit wir auch zu Hause was zu Essen haben. 


 Insgesamt unterscheiden sich die einzelnen Tage eine Woche nur in den ersten Stunden. Die Kinder haben zuerst eine Freispielphase, in der dann auch die wiederkehrenden Aktivitäten angeboten werden. Außerdem können die Kinder sich frei bewegen, in der Küche helfen oder selbst kreativ werden. Im Laufe der Woche habe ich zum Beispiel mit ihnen Herbstdekoration aus aufgefädelten Maiskörnern und Ebereschebeeren gebastelt oder Kronen ausgeschnitten. Auch wurde schon fleißig gemalt und eine Kunstwerke wurden mir anvertraut. Schafe und Schneeflocken sind zum Leben erwacht oder Maisblätter gepresst und gebügelt.

Auch gibt es zu Festen besondere Aufgaben und Angebote. Im Moment bereiten wir uns auf das Ernte-Dank-Fest am Freitag vor, bei dem wir mit den Kindern und deren Eltern auf einem Bauernhof bei der Saat und Ernte helfen. Ich bin schon gespannt, wie das wird. 

Ebenfalls "überstanden" ist der erste Elternabend. Da wurden wir Freiwilligen noch mal den Eltern vorgestellt und die Eltern informiert. Dieses Mal in Kooperation mit der Waldorfschule, hatten wir die Möglichkeit einen guten Ausblick auf das ganze Waldorfsystem zu bekommen. Sehr interessant, muss ich sagen. Wenn das interessant ist, einfach kurz unten übers Formular Bescheid geben, dann schreibe ich dazu auch noch was. 

Ich glaube, dieser zweite Eintrag ist erst mal lang genug. 
Im Nächsten wird dann ein Bericht über das Ernte-Dank-Fest zu finden sein und noch mal etwas zur Gruppenstruktur. Die ist nämlich auch ein wenig anders. 

Ich hoffe es war soweit interessant und freu mich auf Rückmeldungen!




  Hier der Link zu den Fotos (findet ihr auch oben neben dem Tab "Startseite")


Monja


 


 

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen