Sonntag, 28. Januar 2018

Die heiligen drei Könige

Hei,

Nach der Weihnachtszeit mit den vielen Festen kehrt nun ein wenig Ruhe in den Kindergartenalltag ein. Morgens kann wieder frei gebastelt werden und keiner sucht noch Eltern, die Tannenzweige mitbringen können oder überlegt, wie man am besten Alles unter einen Hut bringen kann.
Und doch birgt auch dieser kalte Monat Anlässe zum Feiern.

Eines dieser "Feste" sind die heiligen drei Könige. Bei uns werden sie mit einem Reigen zelebriert und sie stehen in voller Pracht auf unserem Jahreszeitentisch.
Die Geschichte der drei Könige ist glaube ich allen bekannt:
Es waren einmal drei weise Männer aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar. Caspar hatte dunkles Haar und seine Haut war dunkel. Melchior war europäischer Herkunft und Balthasar hatte asiatische Züge. Vielleicht kennst du sie bereits als die Heilige Drei Könige.
Eines warmen Abends saßen die Drei zusammen vor ihrer gemeinsamen Hütte. Caspar saß auf einem Stuhl und schnitze aus einem hellen Stück Holz einen kleinen Baum. Dieser hatte einen kräftigen Stamm und viele Blätter. Melchior aß den letzten Rest seiner Suppe und Balthasar beobachtete, wie er es jeden milden Abend gerne tat, die Sterne. Diese funkelten in den unterschiedlichsten Größen.  
Plötzlich fiel Balthasar ein besonders großer Stern auf, einen,der normalerweise nicht am Himmel zu sehen war. Er sah sich ihn mit genauester Sorgfalt an und konnte seinen Augen nicht trauen: der Himmelskörper schien immer näher zu kommen. “Seht! Der größte Stern am Himmel, er wird immer größer!”, ruft Balthasar seine Freunde zu sich. Caspar und Melchior hofften darauf, dass vor dem zu Bett gehen noch etwas aufregendes passieren würde und so eilten sie zu ihren Freund, der ein paar Meter von ihnen entfernt auf dem Boden saß und mit seinem rechten Zeigefinger auf den Himmel deutete.
Mittlerweile konnte man statt einem Stern eine Sternschnuppe erkennen die über den Köpfen der Drei zu hängen schien. “Habt keine Angst!”, rief eine Stimme aus dem Nichts und alle kamen zum Stillstand,”Ich verkünde euch eine freudige Nachricht des Herrn. Ein heiliges Kind ist geboren. Sein Name ist Jesus. Folgt den Stern und ihr findet zu ihm.”. Die Stimme verschwand so schnell sie gekommen war und ließ nichts übrig außer Stille. 
“Kommt, lasst uns Jesus willkommen heißen!”, fordert Caspar die Anderen auf und so taten sie es auch. Sie nahmen jeweils den kostbarsten Gegenstand mit, den sie besaßen und machten sich mithilfe des Sterns auf dem Weg. Sie gingen und gingen und gingen bis der Stern schließlich über einem Stall stehen blieb und noch heller leuchtete, als davor. Die Heilige Drei Könige betraten diesen mit Ehrfurcht und fanden dort Maria, Josef und das Baby, Jesus, vor. 
“Wir sind gekommen um das heilige Kind hier willkommen zu heißen und haben Geschenke mitgebracht”, sagte Caspar und legte Myrrhe unter die Krippe des Kindes. “Ich habe Jesus Weihrauch gebracht. Er soll seine Göttlichkeit symbolisieren.”, setzt Balthasar fort und legt ihn neben die Myrrhe. “Ich bringe mein letztes Gold, weil ich dir zeigen möchte, wie viel du mir wert bist.”, erklärt sich Melchior und legt das Gold ebenfalls unter die Krippe.

Gefeiert werden die drei Könige am 6. Januar. Bei uns wird das durch unser Drei-Königs-Spiel symbolisiert. Das wird über mehrere Wochen gespielt und die Kinder schlüpfen in die verschiedenen Rollen der Könige, Pagen, Tiere, Maria und Joseph und Sterndeuter. Die Geschichte wird ihnen dadurch nahe gebracht, und das Spielen macht den Kindern Spaß. Aus Tischen, Ständern und Stühlen werden die Schlösser gebaut und Requisiten wie Kronen, Ferngläser, Kostüme und Sterne aus Glitzerpappe erwecken das Spiel zum Leben. Ein Skript zu unserem Reigen findet ihr in den Fotos.

Die heiligen drei Könige spielen auch im Waldorfsystem eine große Rolle. Laut Rudolf Steiner waren die drei Weisen aus dem Morgenland, beziehungsweise die Magier aus dem Osten, in einem früheren Leben Schüler des großen Zarathrustra (Zarathustra lehrte, den Gott draußen, den großen Kosmos geistig zu begreifen und geistig zu durchdringen und war der Initiator der urpersischen Kultur), welcher als salomonischer Jesus zu Bethlehem wiedergeboren wurde.

Ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar sind kein Zufall. Caspar steht für "Schatzmeister" (pers. ghaz "Schatz" und bar "verwalten"), Melchior für "König des Lichts" (hebr. melech "König", und or "Licht") und Balthasar kommt aus dem babylonisch-hebräischen und steht für "Baal schütze den König". Überliefert wurden die Namen zuerst im 6. Jahrhundert im Matthäus- Evangelium 2, 1-12. Außerdem symbolisieren die drei Könige die drei Kontinente Asien, Afrika und Europa, sowie die die drei Lebensalter Jugend, Lebensmitte und Greisenalter.

Auch die Opfergaben haben eine tiefere Bedeutung. Gold, Weihrauch und Myrrhe stehen für Weisheit, Schönheut und Güte/Stärke. Rudolf Steiner beschreibt dies in der Gesamtausgabe 117 und setzt die 3 Gaben der drei Tugenden Denken, Fühlen und Wollen gleich, welche als das Beste erkannt werden.
Für dieses Wissen, das man sich durch die Einsaugung der äußeren Geheimnisse zu eigen machen kann, hatte man als Symbole Gold, Weihrauch und Myrrhen: Gold als Symbolum für das Denken, Weihrauch für die Frömmigkeit, für das, was uns als Fühlen durchdringt, und Myrrhen für die Kraft des Wollens. - Rudolf Steiner, GA 117, S.49
Die Geburt Jesus wird als Anbruch einer neuen Erdenzeit gesehen und die Übergabe der Gaben als Symbol für die Zusammenfassung all der Tugenden in einem Menschen. Mit dem Feiern der heiligen drei Könige wird damit auch die neue Impulsgabe der Menschheit gefeiert.

Die Dreikönigszeit dauert 40 Tage, vom 25. Dezember an gemessen. Beendet wird sie mit Marä Lichtmeß, einem Fest bei dem zum letzten Mal die Kerze am Tisch angezündet wird. Bei uns beenden wir das Spiel schon Ende Januar, da dann die Faschingszeit beginnt und der Kasperl zu Besuch kommt. Darauf freuen sich die Kinder schon sehr und ich bin gespannt, was ich da für ein Spektakel erleben kann.

In dem Sinne eine gute Nacht!

Monja

Links:
Gesamtausgaben zu ähnlichen Themen:
Gesamtausgabe Rudolf Steiner 98 
Gesamtausgabe Rudolf Steiner 114
Gesamtausgabe Rudolf Steiner 117

Zitierte Geschichte der heligen drei Könige
Anthro-Wiki Die heiligen drei Könige
Fotoalbum zu diesem Blog


Bowling, Sachertorte und ein weiteres Jahrzehnt

Hallöchen,

heute mal in persönlicher Mission unterwegs, habe ich entschlossen euch meinen Minigeburtstag im Kindergarten nicht zu verschweigen. Denn den werde ich nicht so schnell vergessen. Aber von Anfang an:

Am 20.01. wurde ich ein Jahr älter und gehöre jetzt zum "alten Eisen". Schmucke 20 Jahre sind auf meiner Lebensuhr und die nächsten 10 nicht mehr weit. Gefeiert wurde mit Kuchen zum Frühstück, Kuchen zum Kaffeekränzchen und einer haushohen Niederlage im Bowling am Abend. Die Sachertorte, von Gabi selbst gebacken, war mega lecker und das Essen beim Mexikaner abends hat auch gut gemundet. Danach ging es mit einigen weiteren Freunden zum Bowling. Ich wurde plattgemacht und beim gemütlichen Quatschen danach habe ich mich so wohl wie lange nicht mehr gefühlt. Danke an Alle, die dabei waren und den Tag so schön gemacht haben. Auch an die Anrufer und fleißigen Texter aus dem "Ausland". Habe mich über jeden Glückwunsch gefreut (auch wenn er zu spät kam).

Dann am Dienstagabend ging das große Backen los. Mittwoch sollte im Kindergarten gefeiert werden. Also Einkaufen und Rezepte studieren. Herausgekommen sind niedliche Miniburger und eine riesen Menge Fanta-Kuchen. Die Rezepte verlinke ich unten, das Nachbacken kann ich nur empfehlen.
Mittwoch war dann der Morgen ganz normal. Noch schnell Kartoffelecken machen und dann mit den Kindern basteln und den Besuch der Zahnputzfee (dazu kommt ein weiterer Beitrag) mit verfolgen. Dann im Morgenkreis fing die Geburtstagsfeier an.
"Wisst ihr wer Geburtstag hat?" wurde von den Kindern mit Freude mitgesungen, was mich echt gefreut hat. Nach den Glückwünschen des Geburtstagswichtels wurden zwei Geburtstagsgäste ausgezählt und der Weg zur Jause angetreten. Das Geburtstagskind, also ich, und meine zwei Gäste sind erst später gekommen. Durch ein Tor von zwei Kindern ging es in einer kleinen Parade um den Tisch herum, bis zu unseren Plätzen am hübsch geschmückten Ende. Nach dem Danken wurden dann die kleinen Hamburger vernichtet und der Kuchen vernascht. Von da aus ging es dann in Garten und der Tag ganz normal weiter.

Und auch wenn sonst nichts besonderes an diesem Tag passiert ist, wird er mir doch immer wieder sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das Lächeln der Kinder, die gemalten Bilder und die Lieben Geschenke und die Geburtstagsständchen haben den Geburtstag, weit entfernt von meinen Liebsten, zu etwas ganz eigenem, besonderen, und aufregenden gemacht. Danke nochmals dafür!

Bilder sind wie immer auf meinem digitalen Fotoalbum und die Rezepte findet ihr hier:

Party-Burger mit selbstgemachten Buns
Retro Fanta-Kuchen


Monja

Mittwoch, 10. Januar 2018

Weihnachtsspielnachtrag und Hallo 2018!

Hallöchen!

Nach einer langen Pause melde ich mich aus dem neuen Jahr zurück. Ich hoffe ihr seid alle gut reingerutscht und hab die Feiertage genießen können. Ich war über die Weihnachtszeit für zwei Wochen zu Hause und habe die Chance genutzt, meinen Eltern auf den Keks zu gehen, meine Freunde von ihren Familien fernzuhalten und meinen Freund in Beschlag zu nehmen. Ich muss sagen, eine sehr schöne Zeit mit tollen Menschen.  Danke dafür.

Da ich mit Urlaub beschäftigt war, folgt hier der Nachtrag zum Weihnachtsfest im Kindergarten. Ist schon ein bisschen her, aber ist trotzdem interessant. Finde ich.
Denn Weihnachten haben wir zusammen mit den Eltern am 21.12.2017 gefeiert. Nach einem kurzen Vormittag mit viel Zeit draußen für die Kinder und einiges an Vorbereitung für meine Kollegin und mich ging es los. Die Kinder in die Garderobe zum Umziehen. Die Eltern nach oben in die Gruppe und nebenbei noch fehlende Kostüme besorgen und andere kleine Dinge erledigen. Im fertig verkleideten Zustand machte sich kurz darauf eine singende Kinderpolonaise auf den Weg zur Aufführung.

Aufgeführt wurde die allen bekannte Geschichte von der Krippe mit Maria, Josef und dem Christkind, den Hirten die gratulieren kommen und den Engeln und Sternen die helfen. Ich glaube viele kennen sie unter dem Titel "Die Weihnachtsgeschichte". Die Kinder haben wundervoll gespielt und mitgesungen, die Eltern bei den bekannten Stücken auch, und so war der erste Teil der Weihnachtsfeier aufregend und schön. Danach gab es eine gemeinsame Jause, zu der die Kinder an der geschmückten Tafel saßen und jeder mit liebevoll mitgebrachten Leckerbissen versorgt wurde. Es gab viel Zeit zum Austausch, es wurde gequatscht, gelacht und genascht. Am Ende wurde noch eine Geschichte vorgelesen, während der sich Eltern und Kinder auf dem Boden im Raum verteilt haben. Es war eine besondere, heimelige, schöne Stimmung zu spüren, die von Vorfreude auf Weihnachten gefüllt war.

Mit was ich überrascht wurde waren die kleinen Geschenke, die ich von den Kindern und ihren Eltern bekommen habe. Schokolade, Kerzen, Nudeln, Tannenbaumschmuck (den ich mit nach Hause genommen habe um ihn an den Baum zu hängen), Saft und Bilder. Unglaublich lieb und eine schöne Überraschung. Danke, ich habe mich wirklich sehr gefreut.

Am Ende kam der Abschiedsschmerz. Die Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen. Besonders das viele Lachen und die Fröhlichkeit machen einen großen Unterschied, wenn sie für zwei Wochen nicht mehr da sind.  Da stellt sich die Frage, wie das im Sommer wird...

Inzwischen bin ich wieder zurück in Klagenfurt und habe die ersten Tage des Arbeitens hinter mir. Inklusive verschlafen, weil ich zu Hause doch einfach ein wenig länger geschlafen habe. Aber auch das wird.

Ins neue Jahr starte ich übrigens mit drei guten Vorsätzen:
1. Aufmerksam durch die Welt gehen. Zuhören, helfen und nicht Wegschauen.
2. Meinen Wecker hören
3.  Jeden Tag wie ein leeres Blatt sehen und die Erlebnisse genießen, solange sie mir nicht schaden.

Mal schauen, wie das so wird. Dieses 2018.

Fotos sind wie immer im Album.

Lieben Gruß,
Monja