Moin Moin aus dem Süden!
Bald ist es soweit und Weihnachten steht vor der Tür. Mal wieder schneller als erwartet ging die bisherige Adventszeit vorbei und langsam füllt sich der Mini-Koffer für die Heimfahrt über die Feiertage. Im Kindergarten spielen wir fleißig das Krippenspiel und die letzten Geschenke werden zusammengesucht. Auf unserem Jahreszeitentisch wandern Maria und Josef jeden Tag ein Stückchen weiter, damit sie am 24. an der Krippe ankommen. Die Kinder werden langsam aufgeregt und eine leichte Weihnachsstimmung im stressigen Alltag macht sich breit.
Zusätzlich zu der Weihnachtstimmung hat sich bei mir ein wenig Verwirrung eingeschlichen. Über die letzten Wochen fielen die verschiedensten Namen in für mich manchmal neuen Zusammenhängen. Ich habe das mal ein wenig zusammengetragen:
Nikolo: - auch Nikolaus genannt, kommt am Abend des 5.12. und bringt Mandarinen, Nüsse, Schokolade und kleine Geschenke
Krampus: - kommt zusammen mit dem Nikolaus. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag zum Krampuslauf
Christkind: -kommt am 24.12. und bringt die Geschenke, ist das Jesuskind und ist jedem bekannt
Und der Weihnachtsmann? Da fängt es an. Anfang Dezember habe ich mit den Kindern über den Weihnachtsmann geredet. Nichts ahnend, versteht sich. Dann, am 5.12. die Überraschung: "Monja, morgen kommt der Weihnachtsmann zu mir und dann bringt er Geschenke!". Moment, am 5.12.? Auf meine Frage, ob der denn nicht erst am 24.12. kommt, kam ein fragender Blick als Antwort und mir wurde sofort erklärt, dass da doch das Christkind kommt.Okay, soweit kam ich mit. Aber was ist dann mit dem Nikolaus/Nikolo? "Aber Monja, weißt du denn nicht? Das ist doch der Weihnachtsmann." war dann die Antwort. Gepaart mit einem sehr erwachsenen, wissenden und ein wenig mitleidigen Gesichtsausdruck. Also ist der Weihnachtsmann der Nikolaus und am Heiligabend kommt das Christkind. Gut.
In einem anderen Gespräch mit anderen Kindern hörte ich dann widerum, dass der Weihnachtsmann auch am 24. 12. kommt und dem Christkind hilft. Ein wieder anderes Kind konnte mit dem Begriff "Weihnachtsmann" nicht so richtig etwas anfangen.
Also habe ich mal meine Gastmama Gabi gefragt und es kam raus: Der Weihnachtsmann ist hier in Österreich gar nicht so verbreitet und am Heiligabend kommt das Christkind. Da bin ich wohl mit meinen Kindheitserfahrungen vom Weihnachtsmann auf dem österreichischen Holzweg unterwegs gewesen. Zumindest aber das Schuhe putzen und vor die Tür stellen für den Nikolaus müssten sie doch aber dann hier kennen, dachte ich mir. Aber auch damit war ich falsch informiert. Nur wenige Kinder kennen das "Ritual".
Als dann am 6.12. Nikolaustag war, beschloss ich dieses kleine Ritual bei den Kindern zu machen. Da ich vormittags in einer anderen Gruppe ausgeholfen habe, passte es gut und auf dem Weg in meine Gruppe hab ich mir von jedem Kind einen Schuh geschnappt, ein wenig Schokolade hineingelegt und sie alle vor der Tür nach draußen aufgereiht. Dann gings nach oben in den Morgenkreis, in dem die Kinder gespannt auf den Nikolaus gewartet haben. Die Enttäuschung war groß, als dann ich durch die Tür kam. Leider hatte der Nikolaus dieses Jahr zu viel zu tun, und hat es nicht geschafft im Kindergarten vorbeizukommen. Doch sein Helfer Knecht Ruprecht hat den Sack und einen Brief gebracht. Bei der Jause wurde dann der Sack geplündert und die sehr leckeren Lebkuchen, Mandarinen, Nüsse und Äpfel verspeist. Einige Kinder guckten immer noch bedröppelt drein. Dieses Jahr hat der Nikolaus es zum ersten Mal nicht geschafft. In den anderen Gruppen war es genauso. Aufgehellt haben sich die Gesichter jedoch, als sie die gefüllten Schuhe gefunden haben und mit der Schokolade im Mund ging das Anziehen auch fast ein bisschen schneller.
Ich hoffe, die (kleinen) Großen haben das Nikolausfest trotz dem fehlenden Nikolaus genossen.
Und ich bin gespannt, was dann am 24. bei mir kommt: Christkind oder Weihnachtsmann....
Monja
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