Montag, 4. Dezember 2017

Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne

Servus!

Reichlich spät aber noch immer detailliert folgt hier sogleich der Eintrag über unser Laternefest. Die letzten Wochen waren trubelig und es blieb kaum Zeit zum schreiben. Vielleicht ist das Ganze ja aber trotzdem interessant für euch:

Vor einigen Wochen begann bei uns im Kindergarten eine Zeit des emsigen Arbeitens: Laternen mussten gerichtet und gebastelt werden. 23 Stück an der Zahl. Also Kreise und Zacken vorzeichnen und aufpassen, dass der Ring nicht ausversehen durchgeschnitten wird. Dann Transparentpapier gestalten, verkleben und an Stöcken befestigen. Und ganz wichtig: Kerzen nicht vergessen!

Noch am Vormittag des großen Tages wurden die letzten Laternen geklebt und ich glaube ohne unsere Praktikantin Laura hätten wir das nicht geschafft. Auch hat sie sich unserer Laternen angenommen und sie wunderschön gestaltet. Während gebastelt wurde, habe ich mich daran versucht, Mondhörnchen/Martinshörnchen zu backen. Gar nicht so einfach, das Rezept fotografiere ich euch noch ab. Mit den Kindern zusammen habe ich die Hörnchen geformt und dann am Nachmittag nach Feierabend ging es weiter mit dem Vorbereiten des Umzuges. Am großen Pavillion haben wir Kerzen aufgestellt und auf der großen Wiese alles für das eingeübte Herbstspiel hergerichtet. Kaum waren wir fertig, kamen die ersten Kinder. Als alle eingetrudelt waren, wurden die Eltern mit den Laternen auf die große Wiese geschickte, während die Kinder die mega süßen Zwergenmützen aufgesetzt haben. Zusammen sind wir dann singend zu den Eltern gelaufen.

Bei dem Herbstspiel ziehen die Zwerge und eine Maus, ein Igel und ein Eichhörnchen zu Mutter Erde um im Winter geschützt zu sein. Das wird durch einen Reigen und Singspiele dargestellt. Es hat super geklappt und es war nur ein bisschen kalt auf dem Wiesenboden. Danach begann der Umzug: Um den kleinen See herum, durch den inzwischen dunklen Wald an der Kreuzberglkirche vorbei zum kleinen Pavillion. Da Annas Gruppe zur gleichen Zeit ihren Laternenumzug gefeiert hat, gab es da einen keinen Engpass und nach ein wenig Warten und Singen konnten wir zusammen bei Tee und Mondhörnchen (die sehr trocken geworden sind, leider) im kleinen Pavillion sitzen und singen. Danach ging es wieder in den dunklen Wald. Und ich meine stockdunkel. Ich hab zeitweise nichts mehr gesehen und hatte das Gefühl, jederzeit gegen einen Baum zu laufen. Zum Glück ist aber alles gut gegangen. Zum Schluss haben wir uns noch einmal gesammelt und ein Gute-Nacht-Lied gesungen. Gut durchgefroren und ein wenig müde war dann ein langer Tag zu Ende.

 Die Laternen werden beim Laternenfest als Inneres Licht gedeutet, dem man folgen soll. Es erleuchtet das Dunkle und gibt uns Sicherheit. Auch geht es dabei um die Legende des Sankt Martins, der einem Bettler die Hälfte seines Mantels schenkte. Nach einer Traumbegegnung mit Jesus, der sich als der Bettler verkleidet hatte, verließ der junge Offizier die Armee und wurde Mönch und später auch Bischof. Mit dem Teilen des Mantels brachte Sankt Martin das Licht der Barmherzigkeit in die Welt, welches ebenfalls durch die Laternen symbolisiert wird

Mit der Gruppe haben wir schon vorher die Legende des St. Martins im Morgenkreis erzählt und die Geschichte dazu gelesen. Die Kinder mögen die Geschichte sehr, was vielleicht auch an dem Mantel liegt, den man wirklich mit einem Schwert teilen kann.

Auf jeden Fall ist diese Zeit im Jahr sehr schön, weil sich alles auf Winter einstellt und der Herbst die Farbenpalette der Natur ändert. Auch in unserem Gruppenraum ändern sich die Farben und die angezündeten Kerzen sorgen für Gemütlichkeit im Alltagsstress. Beim Jausen zünden wir immer eine Kerze an, und egal wir stressig der Morgen davor war, in dem Moment bemühe ich mich zur Ruhe zu kommen und einmal tief zu Atmen und mich ganz arauf zu konzentrieren. Auch die Tischgebete und Sprüche haben für mich an Bedeutung gewonnen. Ohne fühlt es sich ein wenig leer an. Ich glaube immer noch nicht direkt an Gott, aber dieses Danke sagen ist doch etwas besonderes , auf das ich seit dem ich hier bin mehr geachtet habe. Der Wert von Essen und den Dingen die ich besitze ist mir bewusster und einmal Danke dafür zu sagen tut gut. 

Die Legende des St. Martin verlinke ich euch unten und freue mich über Rückmeldungen. Als Nächstes werde ich über Heileurythmie und den Weihnachtsbazar berichten. 

Lieben Gruß aus dem verschneiten und kalten Österreich!

Monja 

Link Legende des Sankt Martins - Kindgerecht erklärt
und  Legende des St. Martins - Waldorfkindergarten Scheessel

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