Im Kindergarten der Träume
Begleitet mich auf meinem Jahr im Waldorfkindergarten Klagenfurt
Mittwoch, 18. Juli 2018
Juni - oder auch 4 Wochen voller Freude
Lang lang ist der letzte Beitrag her und seit dem ist wieder viel passiert. Die Zeit rennt gefühlt um ihr Leben und man kommt mit all seinen Vorhaben nicht hinterher, daher hole ich in diesem Beitrag auch weeeeeeiiiiit aus, um noch alles irgendwie zu erwähnen. Der Beitrag mit dem Waldorf-Input kommt noch, der ist noch in Bearbeitung. Darin geht es dann um das Pfingstfest und die Maitänze (auch schon Ewigkeiten her).....
Seit Salzburg und Triest habe ich mich in das Thema Zukunft gestürzt. Bewerbungen schreiben, Über Uni-Portale aufregen, Unterlagen zusammenkramen und Eignungstests machen gehört definitiv nicht zu meiner Lieblingsfreizeitbeschäftigung. Inzwischen ist die Bewerbungsphase vorbei und jetzt heißt es: Abwarten, ob und wann sich jemand meldet. Ich bin gespannt....
Zusätzlich zu der Arbeit an meiner Zukunft kam dann noch mein Näh-Marathon für die kleinen Sorgenfresser. Gabi hat mir ihre Nähmaschine geliehen, und so habe ich 44 kleine Sorgenfresser als Abschiedsgeschenk für die Kinder genäht. Die Freude darüber beim Abschiedsfest war riesig und ich habe schon Anfragen für Weitere bekommen. Wer also Interesse an einem Sorgenfresser in Kreditkartengröße hat, kann sich melden. Ich brauche dann nur noch eine Nähmaschine.
Besonders war im Juni für mich die Arbeit mit den Eltern eines Kindes aus meiner Gruppe. Beide sind Künstler und arbeiten gerade an ihrem ersten gemeinsamen Projekt: einer Ausstellung. Und dafür haben sie mich gefragt, ob ich vor der Kamera stehen würde. Normalerweise stehe ich eher hinter der Kamera und fotografiere andere, aber das Projekt hat mich angesprochen und so sind drei sehr interessante, lustige und angenehme Sessions entstanden, mit tollen Bildern als Ergebnis. Ich bin schon total gespannt auf die Ausstellung im September!
Hier findet ihr die Homepage.
Auch im Juni, beziehungsweise auch im Juli war die große Gala meiner Tanzschule, bei der ich während des Jahres Ballett und ein wenig Standart getanzt habe. Einmal in der Nähe von Villach in kleinerem Ensemble und in Klagenfurt in einer 4 stündigen Show haben alle Tänzer gezeigt, woran während des Jahres gearbeitet wurde. Die Proben waren hart und ich bin diverse Male abends nur noch ins Bett gekippt, aber am Ende hat es sich gelohnt. Leider sind meine Spitzenschuhe kurz vor dem Auftritt gebrochen, daher konnte ich nicht ganz so auftreten, wie ich es mir gewünscht hatte. Bei der Show in Klagenfurt waren alle Altersklassen vertreten und es ist unglaublich, was unsere Trainerin auf die Beine gestellt hat. Die einzelnen Gruppen haben bis zu 3 Tänze, und es gibt bei ihr Alles: Ballett, Kindertanz, Hip Hop, Irish dance, Jumpstyle, Jazz, Musical dance,... Und dazu noch Paartanz und dafür diverse Specials.
Der Juni war, wie ihr merkt, vollgepackt mit Erlebnissen. Und so haben Melli und ich uns Anfang Juni ins Auto gesetzt und sind nach Graz gefahren, um ihr Geburtstagsgeschenk zu erleben: Das Holi-Festival. Neben dem Eintritt habe ich ihr noch Farbbeutel geschenkt, und so konnte der Spaß losgehen. Mit -leider- nicht so guter Musik aber viel guter Laune haben wir uns mit der Farbe beworfen bis ich aussah wie ein Schlumpf und sie kunterbunt war. Ein Riesenspaß! Die Rückfahrt war dann aufgrund des Wetters weniger lustig, aber auch das haben wir überstanden. Wir können beide jedem empfehlen, ein Mal so ein Fest zu besuchen. Und aus den Klamotten geht die Farbe auch überraschend gut raus... Nur das Duschen dauert bei blonden Haare etwas länger.
Auch mit Musik, aber diesmal richtig richtig richtig guter, war der Ö3 Popzirkus am See in Pörtschach, für den wir uns zu viert Karten geholt haben. Auf diesem Musikfestival sind verschiedene deutschsprachige Künstler aufgetreten und am zweiten Tag waren wir mit dabei. Auf der Bühne standen Matakustix und Kompass Nord, zwei Bands hier aus Österreich die mir gut gefallen haben, und die bekannteren Künstler SDP, Joris und Revolverheld, von denen letztere meine Lieblingsband im deutschsprachigen Raum ist. Angefangen hat es schon am Nachmittag, gefeiert wurde bis spät in die Nacht. Mit einer guten Mischung aus alten und neuen Songs und viel Mitsing-Potential wurden die Acts gefeiert und genossen und ich für meinen Teil werde die Nacht lange in Erinnerung behalten. Ich meine, wann singt man schon mal "Wir können es immer noch fühlen" und sieht im Hintergrund den Wörthersee und die Berge? Das sah schon sehr nach Photoshop und aufgestellter Leinwand aus....
Da dieser Beitrag schon wieder gefühlte 3km lang ist, werde ich jetzt stoppen und alles, was dann im Juli passiert ist in einen eigenen Beitrag setzten.
Natürlich kommen auch wieder Fotos:)
Monja
Samstag, 9. Juni 2018
Salzburg und "Do you speak Italy?"
Nachdem meine Eltern einen Kurzurlaub am Wörthersee genossen haben, kamen auch Mellis Freundinnen zu Besuch. Nach einer viel zu langen Bahnfahrt und einer lang ersehnten Umarmung zwischen den Dreien begann das Abenteuer. Schnell noch einkaufen und dann beim Salud! essen gehen. Wir vier haben uns auf Anhieb gut verstanden und daher war die Vorfreude auf den gemeinsamen Ausflug nach Triest groß.
Am Sonntag nach Pfingsten ging es dann los. Natürlich morgens um 5. Melli und ich haben die halbe Nacht durchgemacht und der lautstarke Wecker hat zumindest mich halb aus dem Bett geworfen. Nach der Ankunft am Busbahnhof dann die Erkenntnis: der Bus hat fast ne Stunde Verspätung. Hätten die ja mal früher ankündigen können...
Nachdem dann der Bus aber angekommen ist, ging die Fahrt los. Die Hälfte davon wurde natürlich verschlafen. Kurz vor Triest sah man das Meer und eine tiefe Ruhe hat sich bei mir eingestellt. So sehr ich die Berge und den See auch mag, das Meer ist und bleibt meine große Liebe.
Nach der Ankunft wurde erst mal der Bahnhof als Parkplatz makiert und dann ging es los auf Erkundungstour. Quer durch die Stadt, rauf auf eine Burg und durch die Gassen führte uns unser Weg. Danach haben wir uns dann an die Promenade gesetzt, Eis gegessen und das traumhafte Wetter genossen. Strahlender Sonnenschein und 27°C haben uns diesen Ausflug versüßt. Und natürlich der Italiener, der uns mit "Do you speak Italy?" angesprochen hat um mit uns was trinken zu gehen.
Triest als Stadt gefällt mir sehr. Die Gebäude sind hell und die Landschaft lädt zum Verweilen und Träumen ein. Wunderschöne Fotos sind auch entstanden und der Erholungsfaktor war sehr, sehr hoch. Zum Glück war am Tag danach noch ein Feiertag, also konnten wir, als wir nachts wieder angekommen sind einfach ins Bett fallen und gemütlich ausschlafen.
Dann stand in der letzten Zeit eine weitere Reise auf Mellis und meinem Plan: Salzburg.
Wieder ging es früh los. Diesmal aber erst um 8 und gemütlich mit der Bahn. In Salzburg sind wir dann, planlos wie immer, losgelaufen. Einmal zum Fluss runter und an ihm entlang. Wunderschönes Wetter hat uns begleitet und mit dem Glück, dass wir hatten, fand während unseres Besuches ein Blasmusikfestival statt. Also wurde unsere Verschnaufpause mit Musik untermalt. Plus stechende Sonne und sengende Hitze. Nach dem Aufstieg zur Burg, die übrigens sehr teuer ist, haben wir uns entschieden, wieder ein wenig durch die Stadt zu laufen. Schnell wurde noch eine Mozartkugel gekauft und dann die restlichen Stunden am Fluss verbracht. Natürlich wurde fleißig fotografiert, und die Ergebnisse kommen demnächst auf mein Fotoalbum. Leider funktioniert das Hochladen im Moment nicht wirklich reibungslos.
Salzburg selbst ist, genauso wie Triest, eine architektonisch sehr schöne Stadt. Die Gassen und die Aufteilung mit dem Fluss in der Mitte sowie die Burg oben, mit Ausblick über die Stadt hat was malerisches. Mit dem Zug braucht man übrigens nur 3,5 Stunden von Klagenfurt aus. Die Heimreise lief auch unkompliziert und um kurz nach neun fiel die Wohnungstür wieder ins Schloss.
Mit den zwei Ausflügen wächst unsere Liste von gesehenen Orten, jedoch kommen immer wieder neue Ziele dazu. Meine Freude am Reisen wird immer größer, woran auch ein Freund Schuld ist, der gerade auf einem Containerschiff um die Welt fährt und mir in Emails davon berichtet.
Dass das Jahr bald zuende geht wird kategorisch verdrängt. Jede Minute mit den Kindern wird aufgesogen und die Bewerbungen bei den Unis machen, zumindest mir, schmerzlich bewusst, dass bald die Zeit des Abschiedes kommt. Kaum zu glauben, dass dann 340 Tage vorbei sind....
Lieben Gruß an Mama und Papa, Rici, meine Omas und Opas, Ole, Mareike,.... ich hab euch lieb
Monja
Links:
Fotoalbum
Klagenfurt wird 500 und meine Eltern sind da
Heute melde ich mich mit einem Bericht zurück, der schon einige Zeit zurück liegt. Die letzten Wochen waren bepackt mit vielen neuen Abenteuern. Von einem berichte ich euch jetzt:
Wie ich schon erzählt habe liefen seit Januar ungefähr die Vorbereitungen für das Event und zusammen mit Melli habe ich die Achterbahn miterlebt. Regelmäßige Proben in denen 3 Tänze einstudiert wurden begleiteten uns durch die dunkle Jahreszeit. Leider nicht immer einfach, da mein Tanzpartner öfter ausgefallen ist.
Mit den Proben stieg auch die Vorfreude und ich glaube einer der Höhepunkte war das Aussuchen eines Polonaisekleides. Natürlich in weiß und bodenlang. Da es in Klagenfurt nur wenige Geschäfte für Abendgarderobe gibt, hat es Melli und mich sehr schnell in ein Brautgeschäft verschlagen. 20 Minuten später hatten wir unsere Kleider und waren um einen Monatslohn ärmer.
Nach weiteren Proben rückte der Termin des Balles immer näher und plötzlich war es soweit. Der 28.4. stand bevor. Bei der letzten Probe dann der Schock: mein Tanzpartner hat keine Lust mehr und steigt aus. Zum Glück konnte meine Trainerin einen Ersatz finden und der Ball konnte kommen.
Am Balltag selbst standen Friseur und Generalprobe am Nachmittag an. Außerdem waren meine Eltern am Abend vorher aus Hamburg angereist, und es gab ein leckeres gemeinsames Frühstück.
Am Abend trafen wir uns alle im Konzerthaus und der Ball begann. Die Gäste strömten ins Konzerthaus und ein Sehen-und-Gesehen-Werden begann. Die Bürgermeisterin, Politiker, bekannte Gesichter und viele weitere nahmen ihre Plätze ein. Das Programm begann. Trommelgruppen, Sänger, Interviews und unsere Polonaise haben den Ball eingeläutet. Danach wurde mit einem Wiener Walzer die Tanzfläche eröffnet und das Parkett wurde mit Paaren überflutet.
Das Orchester und die Band haben die Nacht durchgespielt und es gab eine bunte Mischung aus Pop, Tango, Schlager, Walzer und Polka. Auf der zweiten Tanzfläche wurde ebenfalls geschwoft.
Melli und ich haben zusammen mit unseren Tanzpartnern, Freunden und meinen Eltern den Abend genossen. Bis früh in die Morgenstunden haben wir Fotos machen lassen, getanzt und viel gelacht.
Bevor wir den Heimweg angetreten haben wurden wir noch mit Brötchen versorgt. Eine sehr nette Geste, die zu erstaunten Blicken geführt hat.
Insgesamt war der Abend ein Erlebnis, dass ich nicht so schnell vergessen werde.
Bilder und Videos erinnern daran und ein paar Links findet ihr unten.
Da meine Eltern ja nicht nur für einen Abend anreisen würden, haben sie ihr Quartier gleich für eine ganze Woche bezogen. Urlaub am Wörthersee mit Besuch des Töchterleins. Neben dem Mitnehmen der Winterklamotten standen diverse Ausflüge an: Pyramidenkogel, Magdalensberg, Laibach (Ljubeljana), Bled, Wörthersee und die Turracher Höhe standen auf dem Plan. Ein Ort schöner als der andere wurden die Tage in vollen Zügen genossen. Fotos wurden natürlich auch gemacht, eine Auswahl findet sich im Fotoalbum. Das wohl lustigste Erlebnis hatten wir auf der Turracher Höhe. Als die Flachlandmenschen wie wir es sind haben wir die Temperaturen unterschätzt. Statt sommerlichen 23°C trafen wir auf kühle 13°C. Unwesentlich kalt in Hotpants. Trotzdem traten wir die Wanderung an. Durch Schnee. Nach kürzester Zeit hatte ich nasse Füße. Die Wanderung war mit allen Wasserlöchern, schiefen Steinen, durchträngten Schuhe und Papas Einbrechen in die Schneedecke ein voller Erfolg. Bis zum Knie war er plötzlich eingebrochen und Mama und ich konnten uns vor Lachen kaum halten.
Am Ende der Woche fand dann im Kindergarten unser Maifest statt. Alle Gruppen haben sich vormittags zusammen im Garten getroffen und haben um den großen Maibaum getanzt. Die Eltern haben zugeschaut. Das Wetter hat auch gerade so mitgespielt, denn nach dem Feiern und ein wenig Smalltalk brach der Himmel auf und es fing an zu regnen.
Leider ging die Woche viel zu schnell vorbei. Ob man es glaubt oder nicht, meine Eltern haben mir echt gefehlt. Allein sein ist ja schön und gut, Alles alleine regeln ist nicht immer einfach aber bringt einen weiter, aber Zeit mit Mama und Papa und ein wenig verhätscheln lassen ist wundervoll. Danke für die schöne Woche.
Die nächsten Posts sind schon in Arbeit,
Monja
Links:
http://500.klagenfurt-am-woerthersee.at/
Bildergalerie vom Stadtball
Video vom Stadtball
Mein Fotoalbum (Fotos kommen noch)
Samstag, 21. April 2018
Resümee März und April
Hallöchen!
Viel Zeit ist vergangen seit dem letzten Post. Viel Zeit, in der die Tage nur so dahin flogen und ich nicht mal zum Tagebuchführen gekommen bin.
Der März war vollgepackt mit Arbeiten. In der neuen Gruppe bin ich gut angekommen und die Arbeit macht immer noch viel Spaß. Kaum zu glauben, wie lange ich schon hier bin. Ausserdem standen die Ostervorbereitungen an. Mit den Kindern haben wir Palmbuschen gebunden und viele Eier angemalt. Einige mit Acrylfarbe und andere mit Wachsmalkreiden. Nicht nur ein Ei ist kaputt gegangen, aber die viele Arbeit hat sich gelohnt. Ostern selbst haben wir nicht so groß gefeiert. Laut Rudolf Steiner geht es bei diesem Fest hauptsächlich um die Auferstehen und das Neue Leben. Die Pflanzen bekommen ihren Lebenssaft und auch wir Menschen erstrahlen in neuer Kraft. Die Erdengeister kommen hervor und die Berührung mit dem Himmlischen steht bevor.
Auch im März war der Ausflug von Gabi, Melli und mir zum Goldeck. Nach einer Autofahrt über Serpentinen und durch kleine Orte durften wir den langen Weg zur Panoramaalm laufen. Durch den Schnee versteht sich. Das Wetter war traumhaft und die Aussicht unglaublich. Bilder sind natürlich wieder in meinem Fotoalbum. Oben gab es dann eine kleine Stärkung, bevor es mit den mitgebrachten Poporutschern abwärts ging. Natürlich die steilen Pisten. Das ganze hat unglaublich viel Spaß gemacht und die große Monja wurde mal eben wieder zum Kind.
Da Ostern war, gab es auch hier in Österreich Osterferien. Eine ganze Woche lang. Die wurde von uns voll ausgekostet. Die ersten Tage war ich daheim in Hamburg und habe meinem Papa einen Geburtstagsüberraschungsbesuch abgestattet. Danach ging es dann zusammen mit Melli auf die lange Reise nach Budapest. 4 Tage Ungarn und eine komplett neue Welt. Neben Verzweiflung wegen der Währung (300 Forint sind ungefähr 1€) und leichtem Regen am zweiten Tag gab es unglaublich leckeres Essen, tolle Orte und eine wundervolle Erfahrung. Die Menschen sind offen und freundlich und das "Öffi"-Netz super. Einen Besuch der Stadt kann ich jedem empfehlen. Natürlich gibt es auch hier wieder viele Fotos. Auch die Anreise mit dem Flixbus war super einfach.
Im Laufe der Zeit hat sich auch das Wetter maßgeblich verbessert. Von kalten Minusgraden ging es steil nach oben bis zu den aktuellen 27°C. Vielleicht ein bisschen zu schnell, aber die Sonne und die Wärme tut gut. Auch wenn ich damit im April den ersten Sonnenbrand habe. Das Wetter wird fleissig ausgenutzt und so stehen jetzt Wandertouren und viel Zeit am immer blauer werdenden See an. Es ist einfach wunderschön da. Mit den Kindern sind wir jetzt auch viel mehr draußen und im Wald. Die Stimmung ist ausgelassen und man merkt, dass es in den Räumen zu eng wird. Alles strebt nach draußen.
Neben Arbeiten und Babysitten steht inzwischen auch Kultur auf dem Plan. Die Oper MacBeth hat uns dazu den Einstieg geboten und mit dem Stadtball am kommenden Samstag geht es dann weiter.
Da folgen natürlich ebenfalls Fotos.
Inzwischen sind es nur noch knappe 3 Monate, die ich hier in Klagenfurt verbringen werde. Die Zeit rast und wenn ich drüber nachdenke, kommt es mir wie gestern vor, dass ich hier ankam und meine Koffer ausgepackt habe. In den nächsten Wochen steht noch viel an: Besuch aus Deutschland, zwei weitere Reisen und das erste Packen von Dingen, die schon zurück in die Heimat können. Ausserdem die Bewerbung an den Unis und der damit verbundene Stress.
Ich freue mich darauf, den Sommer hier im Süden kennenzulernen und die Stadt dabei zu beobachten, wie sie aufblüht und sich mit Leben füllt. Natürlich folgen auch wieder mehr Beiträge hier auf meinen Blog.
Falls ihr Fragen habt oder mehr zu einem Thema wissen wollt könnt ihr mir auch gern schreiben.
Sonnige Grüße,
Monja
Montag, 19. Februar 2018
Tri-Tra-Tralala! Tri-Tra-Tralala!
Na, wer hatte auch gleich die Melodie vom Kasperle-Theater im Kopf beim Lesen der Überschrift? Bei uns jedenfalls waren die letzten Wochen gefüllt mit Vorfreude, Basteln, und Girlanden aufhängen gefüllt. Die hoffenden Blicke der Kinder auf den Jahreszeitentisch und Fragen wann er denn nun kommt ließen auch meine Erwartungen und Vorfreude in die Höhe schießen. Wenn ihr noch nicht wisst, wen ich meine: Es ist der Kasper. Hier übrigens Kasperl, was ausgesprochen wird wie "Kaschperl". Eine ganz schöne Umstellung, wenn man sonst nur Kasper oder Kasperle kennt....
Dann kam es endlich. Zumindest ein Teil von ihm. Ein großer Beutel mit bunten, glitzernden, großen Tüchern. Tücher zum Verkleiden, Bauen, Spielen und Träumen. Ein paar Tage später kam dann auch der Kasperl. Ruck-Zuck angeflogen in seiner Kiste aus dem Wunderzauberfaschingsland, hing er erst mal in den Baumkronen fest. Maxl, das Eichhörnchen und ein Rabe mussten ihm helfen, wieder loszukommen. Den restlichen Weg in unsere Gruppe hat er ohne Probleme geschafft. Und dann saß er vor uns, durch Gabis Hände zum Leben erweckt ging der Spaß los. Namen verwechseln, Tanzschritte vergessen, seine Kiste "aufräumen" und alles durch die Gegend werfen und unendlich viele Krapfen essen sind einige der Eigenschaften des lustigen Gesellen.
Wir sind mit Musikinstrumente singend durch die Gruppe gezogen und haben gemeinsam den Boogie-Woogie getanzt. Und uns mit Hochdruck auf das Faschingsfest vorbereitet. Kostümideen wurden ausgetauscht und überlegt, wie die Gruppe gestaltet werden könnte. Meine Aufgabe, Girlanden zu basteln mit den Kindern hat mir viel Spaß gemacht, auch wenn es nicht so einfach war manchmal. Danach habe ich den gesamten Treppenaufgang mit Girlanden geschmückt und auch in der Gruppe hingen viele.
Am Faschingstag selbst wurde gefeiert. Alle kamen in Kostümen und in der Gruppe waren diverse Stationen aufgebaut. Wir hatten Dalmatiner, Spiderman, Ritter, Eisprinzessinen, eine Reiterin, eine Nixe, einen Clown, einen Marienkäfer,... Ich selbst habe mich als bunte Ballerina verkleidet. Das Tutu konnte ich mir leihen und den Rest besitze ich durchs Training. Natürlich mit Spitzenschuhen.
Die Kostüme der Kinder waren echt toll. Detailliert und aufwändig und die Kinder haben sich sichtlich wohlgefühlt. Die Stationen bestanden aus Münzen pressen, Taschen nähen, Armbänder machen und einer Rätselecke, Mannerschnitten angeln, Popcorn machen und einem Geschicklichkeitsparcours. Alles in Allem ein Riesen Spaß. Zum Essen gab es dann Frankfurter (auch bekannt als Wiener Würstchen), Semmeln und Krapfen mit Marillenmarmelade. Sehr lecker.
Natürlich gibt es auch von Rudolf Steiner einige Worte zum Faschingsfest. Im folgenden Beispiel redet er vom alten Rom.
"Also man kann schon sagen, nach dem heutigen Anschauen ist das Faschingsfest im Grunde zwecklos. Aber es hat auch nicht mehr seine ursprüngliche Bedeutung. [...] So daß man sagen kann: Es war der Unterschied der Menschen im alten Rom noch ein sehr, sehr bedeutender. Aber das Bewußtsein, daß man diese oder jene Stellung hat, das sollte wenigstens für einige Tage des Jahres verlorengehen. [...] [E]in paar Tage im Jahr hindurch sollten die Menschen gleich sein, sollte Demokratie herrschen. Das konnte man natürlich nicht so machen, daß die Menschen mit ihren gewöhnlichen Gesichtern kommen, sonst hätte man sie ja erkannt; da mußten sie Masken tragen. Da waren sie dann, was die Masken waren. [...] Die Folge davon war, daß, weil das den Leuten sehr gut gefallen hat, es sich auch erhalten hat. " - Rudolf Steiner GA 353 S. 34Interessanter Weise ist Fasching also "nur" ein Fest des Vergnügens und zum Entspannen der strapazierten Nerven von allen, die in den Gesellschaftsschichten weiter unten standen. Für mich eine Neuheit, denn beim Recherchieren habe ich mehr Hintergrund erwartet. Beim weiteren Stöbern im Internet habe ich einen Vortrag von Eugen Riesterer gefunden. Er beschreibt die Fastnacht im Zusammenhang mit dem Martinsfest und Mariä Lichtmess, und zerpflückt die Worte wunderbar, Hier ein kleiner Ausschnitt:
Diesen kurzen, aber knackigen Beitrag kann ich jedem, der ein wenig Interesse hat empfehlen. Sehr einfach zu lesen und klar und deutlich. Auch der Vortrag von Rudolf Steiner ist zur Abwechslung mal ohne Übersetzer verständlich. Manchmal ist es gar nicht so einfach, herauszufinden was er sagen möchte, da er anscheinend ein Talent für Kettensätze hat. (Mein Deutschlehrer hätte ihn geliebt.)"[...] Es ist die Zeit, in der das äußere Licht am schwächsten ist, in der die „Fast-Nacht" herrscht! Sie beginnt mit dem Martinsfest und reicht bis Mariä Lichtmess, mit dem sie Anfang Februar wiederum endet. Und es leuchtet ein: An Mariä Licht-Mess kann man den Zuwachs an Licht eben schon wieder - messen ... Denn seit der Sonnenwende ist der Tag nun schon um eine Stunde gewachsen. Diese Fast-Nacht dauert tatsächlich eine Jahreszeit lang, denn sie erstreckt sich in genau zwölf Wochen von Sankt Martin zu Mariä Lichtmess, und in der Mitte dieser Jahreszeit liegt das Weihnachtsfest mit dem Beginn der 12 Heiligen Nächte. [...]" - Eugen Riesterer
Aus heidnischer Sicht entspringt Fasching dem Wunsch, mit den Masken und Verkleidungen die bösen Geister und Dämonen zu verjagen, damit der Frühling einkehren kann. Nach und nach hat sich diese Tradition weiterentwickelt, bis wir beim heutigen Fasching angekommen sind. Ein Hintergrund, den ich ebenfalls spannend finde, da er mich ein wenig an Halloween erinnert....ich glaube mich zumindest zu erinnnern, dass man da auch böse Geister vertreiben möchte...
Für die Kinder war das Faschingsfest auf jeden Fall ein großer Spaß. Die Verkleidungen, die Stationen und das Essen wurden mit leuchtenden Augen wahrgenommen. Mich hat vieles an die Faschingsfeste aus meiner Kindheit erinnnert. Ich weiß noch sehr genau, wie ich in meinem Leopardenkleidchen durch den Kindergarten gelaufen bin und dem Kasperle-Theater zugeschaut habe. Einige der Lieder kamen mir auch noch dunkel bekannt vor, und das gemeinsame Singen mit den Kindern macht mir sowieso viel Spaß. Insgesamt also ein gelungener Tag und ein tolles Fest für Alle!
Monja
Links:
Gesamtausgabe Rudolf Steiner Nr. 353
Vortrag von Eugen Riesterer zum Thema: "Die Fünfte Jahreszeit - ist das wirklich Fasching?"
Artikel zum Thema Fasching früher und heute
Bilder folgen wie immer in meinem Fotoalbum, jedoch kann das leider noch ein paar Tage dauern.
Dienstag, 6. Februar 2018
Umzug und Neues aus Klagenfurt
Hallihallöchen!
Mal wieder kommt Neues aus Klagenfurt.
Der Januar ist vorbei und neben dem Alltag im Kindergarten, den man nicht wirklich als routinierten Alltag beschreiben kann, gab es wieder viel zu erleben und zu lernen.
Die Arbeit mit den Kindern hält mich jeden Tag auf Trapp. Basteln, Schneemänner bauen, trösten, schlichten und motivieren ist fest im Alltag integriert und die Kinder stellen einen täglich vor neue Situationen. Momente zum Schmunzeln oder gar Lachen wechseln sich ab mit Kopf schütteln und
manchmal Ungläubigkeit. Die Kinder entwickeln sich schnell und sie sind mir unglaublich ans Herz gewachsen.
Auch das Babysitten stellt mich vor Herausforderungen: Termine so legen, dass alles passt, etwas Neues in petto für das gemeinsame Basteln haben, ein hellwaches Kind zum Entspannen und Einschlafen bringen, dem Kind in seinen Bedürfnissen gerecht werden und dabei sich selbst nicht überschätzen. Neben diesen Herausforderungen ist es eine wundervolle Möglichkeit und ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir entgegen gebracht wird.
Im Privaten hat sich ebenfalls etwas verändert. Ich habe eine neue Mitbewohnerin. Anna hat mit Melli die Wohnung getauscht. Seit 1 1/2 Wochen wohnen Melli und ich zusammen und bisher klappt es echt gut. Neben einem Ausflug auf das Kreuzbergl haben wir den Sonntag mit einem Filme-Marathon verstreichen lassen. Abends wird lecker gegessen. Ich bin gespannt, was die Zukunft noch so bringt.
Eine weitere Neuigkeit trifft jetzt erst im Februar ein. Nach den Semesterferien (die heißen hier übrigens Energieferien) werde ich nicht mehr in Gruppe Nord arbeiten, sondern meine zwei Kollegen in der Gruppe Ost unterstützen. Viele der Kinder kenne ich bereits aus der Mittagsgruppe, und doch wird es ein ganz neues Arbeiten und Erlebnis sein. Ich bin neugierig auf die neuen Aufgaben, Kinder und die Zusammenarbeit, werde aber meine "alte" Gruppe auch vermissen. Zum Glück sieht man sich ja immer noch mal im Garten oder bei gemeinsamen Festen.
Also: Auf ins Abenteuer!
In den nächsten Beiträgen geht es dann um zwei Vorträge und unserem Faschingsfest am Freitag. Mit Fotos.
Grüße aus dem Schnee,
Monja
Sonntag, 28. Januar 2018
Die heiligen drei Könige
Nach der Weihnachtszeit mit den vielen Festen kehrt nun ein wenig Ruhe in den Kindergartenalltag ein. Morgens kann wieder frei gebastelt werden und keiner sucht noch Eltern, die Tannenzweige mitbringen können oder überlegt, wie man am besten Alles unter einen Hut bringen kann.
Und doch birgt auch dieser kalte Monat Anlässe zum Feiern.
Eines dieser "Feste" sind die heiligen drei Könige. Bei uns werden sie mit einem Reigen zelebriert und sie stehen in voller Pracht auf unserem Jahreszeitentisch.
Die Geschichte der drei Könige ist glaube ich allen bekannt:
Es waren einmal drei weise Männer aus dem Morgenland, Caspar, Melchior und Balthasar. Caspar hatte dunkles Haar und seine Haut war dunkel. Melchior war europäischer Herkunft und Balthasar hatte asiatische Züge. Vielleicht kennst du sie bereits als die Heilige Drei Könige.
Eines warmen Abends saßen die Drei zusammen vor ihrer gemeinsamen Hütte. Caspar saß auf einem Stuhl und schnitze aus einem hellen Stück Holz einen kleinen Baum. Dieser hatte einen kräftigen Stamm und viele Blätter. Melchior aß den letzten Rest seiner Suppe und Balthasar beobachtete, wie er es jeden milden Abend gerne tat, die Sterne. Diese funkelten in den unterschiedlichsten Größen.
Plötzlich fiel Balthasar ein besonders großer Stern auf, einen,der normalerweise nicht am Himmel zu sehen war. Er sah sich ihn mit genauester Sorgfalt an und konnte seinen Augen nicht trauen: der Himmelskörper schien immer näher zu kommen. “Seht! Der größte Stern am Himmel, er wird immer größer!”, ruft Balthasar seine Freunde zu sich. Caspar und Melchior hofften darauf, dass vor dem zu Bett gehen noch etwas aufregendes passieren würde und so eilten sie zu ihren Freund, der ein paar Meter von ihnen entfernt auf dem Boden saß und mit seinem rechten Zeigefinger auf den Himmel deutete.
Mittlerweile konnte man statt einem Stern eine Sternschnuppe erkennen die über den Köpfen der Drei zu hängen schien. “Habt keine Angst!”, rief eine Stimme aus dem Nichts und alle kamen zum Stillstand,”Ich verkünde euch eine freudige Nachricht des Herrn. Ein heiliges Kind ist geboren. Sein Name ist Jesus. Folgt den Stern und ihr findet zu ihm.”. Die Stimme verschwand so schnell sie gekommen war und ließ nichts übrig außer Stille.
“Kommt, lasst uns Jesus willkommen heißen!”, fordert Caspar die Anderen auf und so taten sie es auch. Sie nahmen jeweils den kostbarsten Gegenstand mit, den sie besaßen und machten sich mithilfe des Sterns auf dem Weg. Sie gingen und gingen und gingen bis der Stern schließlich über einem Stall stehen blieb und noch heller leuchtete, als davor. Die Heilige Drei Könige betraten diesen mit Ehrfurcht und fanden dort Maria, Josef und das Baby, Jesus, vor.
“Wir sind gekommen um das heilige Kind hier willkommen zu heißen und haben Geschenke mitgebracht”, sagte Caspar und legte Myrrhe unter die Krippe des Kindes. “Ich habe Jesus Weihrauch gebracht. Er soll seine Göttlichkeit symbolisieren.”, setzt Balthasar fort und legt ihn neben die Myrrhe. “Ich bringe mein letztes Gold, weil ich dir zeigen möchte, wie viel du mir wert bist.”, erklärt sich Melchior und legt das Gold ebenfalls unter die Krippe.
Gefeiert werden die drei Könige am 6. Januar. Bei uns wird das durch unser Drei-Königs-Spiel symbolisiert. Das wird über mehrere Wochen gespielt und die Kinder schlüpfen in die verschiedenen Rollen der Könige, Pagen, Tiere, Maria und Joseph und Sterndeuter. Die Geschichte wird ihnen dadurch nahe gebracht, und das Spielen macht den Kindern Spaß. Aus Tischen, Ständern und Stühlen werden die Schlösser gebaut und Requisiten wie Kronen, Ferngläser, Kostüme und Sterne aus Glitzerpappe erwecken das Spiel zum Leben. Ein Skript zu unserem Reigen findet ihr in den Fotos.
Die heiligen drei Könige spielen auch im Waldorfsystem eine große Rolle. Laut Rudolf Steiner waren die drei Weisen aus dem Morgenland, beziehungsweise die Magier aus dem Osten, in einem früheren Leben Schüler des großen Zarathrustra (Zarathustra lehrte, den Gott draußen, den großen Kosmos geistig zu begreifen und geistig zu durchdringen und war der Initiator der urpersischen Kultur), welcher als salomonischer Jesus zu Bethlehem wiedergeboren wurde.
Ihre Namen Caspar, Melchior und Balthasar sind kein Zufall. Caspar steht für "Schatzmeister" (pers. ghaz "Schatz" und bar "verwalten"), Melchior für "König des Lichts" (hebr. melech "König", und or "Licht") und Balthasar kommt aus dem babylonisch-hebräischen und steht für "Baal schütze den König". Überliefert wurden die Namen zuerst im 6. Jahrhundert im Matthäus- Evangelium 2, 1-12. Außerdem symbolisieren die drei Könige die drei Kontinente Asien, Afrika und Europa, sowie die die drei Lebensalter Jugend, Lebensmitte und Greisenalter.
Auch die Opfergaben haben eine tiefere Bedeutung. Gold, Weihrauch und Myrrhe stehen für Weisheit, Schönheut und Güte/Stärke. Rudolf Steiner beschreibt dies in der Gesamtausgabe 117 und setzt die 3 Gaben der drei Tugenden Denken, Fühlen und Wollen gleich, welche als das Beste erkannt werden.
Für dieses Wissen, das man sich durch die Einsaugung der äußeren Geheimnisse zu eigen machen kann, hatte man als Symbole Gold, Weihrauch und Myrrhen: Gold als Symbolum für das Denken, Weihrauch für die Frömmigkeit, für das, was uns als Fühlen durchdringt, und Myrrhen für die Kraft des Wollens. - Rudolf Steiner, GA 117, S.49Die Geburt Jesus wird als Anbruch einer neuen Erdenzeit gesehen und die Übergabe der Gaben als Symbol für die Zusammenfassung all der Tugenden in einem Menschen. Mit dem Feiern der heiligen drei Könige wird damit auch die neue Impulsgabe der Menschheit gefeiert.
Die Dreikönigszeit dauert 40 Tage, vom 25. Dezember an gemessen. Beendet wird sie mit Marä Lichtmeß, einem Fest bei dem zum letzten Mal die Kerze am Tisch angezündet wird. Bei uns beenden wir das Spiel schon Ende Januar, da dann die Faschingszeit beginnt und der Kasperl zu Besuch kommt. Darauf freuen sich die Kinder schon sehr und ich bin gespannt, was ich da für ein Spektakel erleben kann.
In dem Sinne eine gute Nacht!
Monja
Links:
Gesamtausgaben zu ähnlichen Themen:
Gesamtausgabe Rudolf Steiner 98
Gesamtausgabe Rudolf Steiner 114
Gesamtausgabe Rudolf Steiner 117
Zitierte Geschichte der heligen drei Könige
Anthro-Wiki Die heiligen drei Könige
Fotoalbum zu diesem Blog
Bowling, Sachertorte und ein weiteres Jahrzehnt
heute mal in persönlicher Mission unterwegs, habe ich entschlossen euch meinen Minigeburtstag im Kindergarten nicht zu verschweigen. Denn den werde ich nicht so schnell vergessen. Aber von Anfang an:
Am 20.01. wurde ich ein Jahr älter und gehöre jetzt zum "alten Eisen". Schmucke 20 Jahre sind auf meiner Lebensuhr und die nächsten 10 nicht mehr weit. Gefeiert wurde mit Kuchen zum Frühstück, Kuchen zum Kaffeekränzchen und einer haushohen Niederlage im Bowling am Abend. Die Sachertorte, von Gabi selbst gebacken, war mega lecker und das Essen beim Mexikaner abends hat auch gut gemundet. Danach ging es mit einigen weiteren Freunden zum Bowling. Ich wurde plattgemacht und beim gemütlichen Quatschen danach habe ich mich so wohl wie lange nicht mehr gefühlt. Danke an Alle, die dabei waren und den Tag so schön gemacht haben. Auch an die Anrufer und fleißigen Texter aus dem "Ausland". Habe mich über jeden Glückwunsch gefreut (auch wenn er zu spät kam).
Dann am Dienstagabend ging das große Backen los. Mittwoch sollte im Kindergarten gefeiert werden. Also Einkaufen und Rezepte studieren. Herausgekommen sind niedliche Miniburger und eine riesen Menge Fanta-Kuchen. Die Rezepte verlinke ich unten, das Nachbacken kann ich nur empfehlen.
Mittwoch war dann der Morgen ganz normal. Noch schnell Kartoffelecken machen und dann mit den Kindern basteln und den Besuch der Zahnputzfee (dazu kommt ein weiterer Beitrag) mit verfolgen. Dann im Morgenkreis fing die Geburtstagsfeier an.
"Wisst ihr wer Geburtstag hat?" wurde von den Kindern mit Freude mitgesungen, was mich echt gefreut hat. Nach den Glückwünschen des Geburtstagswichtels wurden zwei Geburtstagsgäste ausgezählt und der Weg zur Jause angetreten. Das Geburtstagskind, also ich, und meine zwei Gäste sind erst später gekommen. Durch ein Tor von zwei Kindern ging es in einer kleinen Parade um den Tisch herum, bis zu unseren Plätzen am hübsch geschmückten Ende. Nach dem Danken wurden dann die kleinen Hamburger vernichtet und der Kuchen vernascht. Von da aus ging es dann in Garten und der Tag ganz normal weiter.
Und auch wenn sonst nichts besonderes an diesem Tag passiert ist, wird er mir doch immer wieder sofort ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Das Lächeln der Kinder, die gemalten Bilder und die Lieben Geschenke und die Geburtstagsständchen haben den Geburtstag, weit entfernt von meinen Liebsten, zu etwas ganz eigenem, besonderen, und aufregenden gemacht. Danke nochmals dafür!
Bilder sind wie immer auf meinem digitalen Fotoalbum und die Rezepte findet ihr hier:
Party-Burger mit selbstgemachten Buns
Retro Fanta-Kuchen
Monja
Mittwoch, 10. Januar 2018
Weihnachtsspielnachtrag und Hallo 2018!
Hallöchen!
Nach einer langen Pause melde ich mich aus dem neuen Jahr zurück. Ich hoffe ihr seid alle gut reingerutscht und hab die Feiertage genießen können. Ich war über die Weihnachtszeit für zwei Wochen zu Hause und habe die Chance genutzt, meinen Eltern auf den Keks zu gehen, meine Freunde von ihren Familien fernzuhalten und meinen Freund in Beschlag zu nehmen. Ich muss sagen, eine sehr schöne Zeit mit tollen Menschen. Danke dafür.
Da ich mit Urlaub beschäftigt war, folgt hier der Nachtrag zum Weihnachtsfest im Kindergarten. Ist schon ein bisschen her, aber ist trotzdem interessant. Finde ich.
Denn Weihnachten haben wir zusammen mit den Eltern am 21.12.2017 gefeiert. Nach einem kurzen Vormittag mit viel Zeit draußen für die Kinder und einiges an Vorbereitung für meine Kollegin und mich ging es los. Die Kinder in die Garderobe zum Umziehen. Die Eltern nach oben in die Gruppe und nebenbei noch fehlende Kostüme besorgen und andere kleine Dinge erledigen. Im fertig verkleideten Zustand machte sich kurz darauf eine singende Kinderpolonaise auf den Weg zur Aufführung.
Aufgeführt wurde die allen bekannte Geschichte von der Krippe mit Maria, Josef und dem Christkind, den Hirten die gratulieren kommen und den Engeln und Sternen die helfen. Ich glaube viele kennen sie unter dem Titel "Die Weihnachtsgeschichte". Die Kinder haben wundervoll gespielt und mitgesungen, die Eltern bei den bekannten Stücken auch, und so war der erste Teil der Weihnachtsfeier aufregend und schön. Danach gab es eine gemeinsame Jause, zu der die Kinder an der geschmückten Tafel saßen und jeder mit liebevoll mitgebrachten Leckerbissen versorgt wurde. Es gab viel Zeit zum Austausch, es wurde gequatscht, gelacht und genascht. Am Ende wurde noch eine Geschichte vorgelesen, während der sich Eltern und Kinder auf dem Boden im Raum verteilt haben. Es war eine besondere, heimelige, schöne Stimmung zu spüren, die von Vorfreude auf Weihnachten gefüllt war.
Mit was ich überrascht wurde waren die kleinen Geschenke, die ich von den Kindern und ihren Eltern bekommen habe. Schokolade, Kerzen, Nudeln, Tannenbaumschmuck (den ich mit nach Hause genommen habe um ihn an den Baum zu hängen), Saft und Bilder. Unglaublich lieb und eine schöne Überraschung. Danke, ich habe mich wirklich sehr gefreut.
Am Ende kam der Abschiedsschmerz. Die Kinder sind mir sehr ans Herz gewachsen. Besonders das viele Lachen und die Fröhlichkeit machen einen großen Unterschied, wenn sie für zwei Wochen nicht mehr da sind. Da stellt sich die Frage, wie das im Sommer wird...
Inzwischen bin ich wieder zurück in Klagenfurt und habe die ersten Tage des Arbeitens hinter mir. Inklusive verschlafen, weil ich zu Hause doch einfach ein wenig länger geschlafen habe. Aber auch das wird.
Ins neue Jahr starte ich übrigens mit drei guten Vorsätzen:
1. Aufmerksam durch die Welt gehen. Zuhören, helfen und nicht Wegschauen.
2. Meinen Wecker hören
3. Jeden Tag wie ein leeres Blatt sehen und die Erlebnisse genießen, solange sie mir nicht schaden.
Mal schauen, wie das so wird. Dieses 2018.
Fotos sind wie immer im Album.
Lieben Gruß,
Monja
Samstag, 16. Dezember 2017
Weihnachtsmann, Christkind, Nikolo.... Wer denn nun ?
Bald ist es soweit und Weihnachten steht vor der Tür. Mal wieder schneller als erwartet ging die bisherige Adventszeit vorbei und langsam füllt sich der Mini-Koffer für die Heimfahrt über die Feiertage. Im Kindergarten spielen wir fleißig das Krippenspiel und die letzten Geschenke werden zusammengesucht. Auf unserem Jahreszeitentisch wandern Maria und Josef jeden Tag ein Stückchen weiter, damit sie am 24. an der Krippe ankommen. Die Kinder werden langsam aufgeregt und eine leichte Weihnachsstimmung im stressigen Alltag macht sich breit.
Zusätzlich zu der Weihnachtstimmung hat sich bei mir ein wenig Verwirrung eingeschlichen. Über die letzten Wochen fielen die verschiedensten Namen in für mich manchmal neuen Zusammenhängen. Ich habe das mal ein wenig zusammengetragen:
Nikolo: - auch Nikolaus genannt, kommt am Abend des 5.12. und bringt Mandarinen, Nüsse, Schokolade und kleine Geschenke
Krampus: - kommt zusammen mit dem Nikolaus. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag zum Krampuslauf
Christkind: -kommt am 24.12. und bringt die Geschenke, ist das Jesuskind und ist jedem bekannt
Und der Weihnachtsmann? Da fängt es an. Anfang Dezember habe ich mit den Kindern über den Weihnachtsmann geredet. Nichts ahnend, versteht sich. Dann, am 5.12. die Überraschung: "Monja, morgen kommt der Weihnachtsmann zu mir und dann bringt er Geschenke!". Moment, am 5.12.? Auf meine Frage, ob der denn nicht erst am 24.12. kommt, kam ein fragender Blick als Antwort und mir wurde sofort erklärt, dass da doch das Christkind kommt.Okay, soweit kam ich mit. Aber was ist dann mit dem Nikolaus/Nikolo? "Aber Monja, weißt du denn nicht? Das ist doch der Weihnachtsmann." war dann die Antwort. Gepaart mit einem sehr erwachsenen, wissenden und ein wenig mitleidigen Gesichtsausdruck. Also ist der Weihnachtsmann der Nikolaus und am Heiligabend kommt das Christkind. Gut.
In einem anderen Gespräch mit anderen Kindern hörte ich dann widerum, dass der Weihnachtsmann auch am 24. 12. kommt und dem Christkind hilft. Ein wieder anderes Kind konnte mit dem Begriff "Weihnachtsmann" nicht so richtig etwas anfangen.
Also habe ich mal meine Gastmama Gabi gefragt und es kam raus: Der Weihnachtsmann ist hier in Österreich gar nicht so verbreitet und am Heiligabend kommt das Christkind. Da bin ich wohl mit meinen Kindheitserfahrungen vom Weihnachtsmann auf dem österreichischen Holzweg unterwegs gewesen. Zumindest aber das Schuhe putzen und vor die Tür stellen für den Nikolaus müssten sie doch aber dann hier kennen, dachte ich mir. Aber auch damit war ich falsch informiert. Nur wenige Kinder kennen das "Ritual".
Als dann am 6.12. Nikolaustag war, beschloss ich dieses kleine Ritual bei den Kindern zu machen. Da ich vormittags in einer anderen Gruppe ausgeholfen habe, passte es gut und auf dem Weg in meine Gruppe hab ich mir von jedem Kind einen Schuh geschnappt, ein wenig Schokolade hineingelegt und sie alle vor der Tür nach draußen aufgereiht. Dann gings nach oben in den Morgenkreis, in dem die Kinder gespannt auf den Nikolaus gewartet haben. Die Enttäuschung war groß, als dann ich durch die Tür kam. Leider hatte der Nikolaus dieses Jahr zu viel zu tun, und hat es nicht geschafft im Kindergarten vorbeizukommen. Doch sein Helfer Knecht Ruprecht hat den Sack und einen Brief gebracht. Bei der Jause wurde dann der Sack geplündert und die sehr leckeren Lebkuchen, Mandarinen, Nüsse und Äpfel verspeist. Einige Kinder guckten immer noch bedröppelt drein. Dieses Jahr hat der Nikolaus es zum ersten Mal nicht geschafft. In den anderen Gruppen war es genauso. Aufgehellt haben sich die Gesichter jedoch, als sie die gefüllten Schuhe gefunden haben und mit der Schokolade im Mund ging das Anziehen auch fast ein bisschen schneller.
Ich hoffe, die (kleinen) Großen haben das Nikolausfest trotz dem fehlenden Nikolaus genossen.
Und ich bin gespannt, was dann am 24. bei mir kommt: Christkind oder Weihnachtsmann....
Monja
Sonntag, 10. Dezember 2017
Ein Tag in Graz #roadtrip1
"Wo wollen wir denn mal hin?" Diese Frage haben wir uns schon vor einiger Zeit gestellt, und schnell war klar, dass es viele Ziele gibt: Laibach (Ljubeljana), Graz, Venedig, Wien,...
Da wir vom Weihnachtsmarkt hier in Klagenfurt nur mäßig begeistert sind, stand schnell fest, dass es diesen Winter noch nach Graz gehen soll. Schließlich sollte der Weihnachtsmarkt, hier sagt man übrigens Christkindlmarkt, ganz schön da sein.
Also schnell nach einer Verbindung gesucht. Der Mut hat uns allerdings verlassen, als die Zugfahrt für jeden knapp 50€ hätte kosten sollen. Aber es gibt ja noch Flixxbus. Also darüber buchen und nur 35€ bezahlen. Leider dafür dann auch um 7:30 am Bahnhof sein. Morgens. Wer mich kennt, weiß, dass frühes Aufstehen nicht unbedingt zu meinen Top-Qualitäten zählt, aber wat muss dat muss.
Da Freitag ein Feiertag war, konnte ich da schon mal ein wenig ausschlafen. Abends sind dann Melli und Sara vorbeigekommen. Übernachten ist definitiv die beste Idee gewesen. Morgens klingelte dann um 6:00 der Wecker und um 7:00 sind wir los zum Bahnhof. Noch kurz Frühstück kaufen und dann gemütlich ganz vorne im Bus sitzen und 3 Stunden Busfahren absitzen. Auf dem Weg fuhren wir durch enge Straßen und kleine Orte, während Alles weiß bedeckt war. Ein echt schönes Winterwunderland. Das Umsteigen in St. Michael lief auch gut und kurze Zeit später waren wir da.
In Graz wartete eine sehr praktische Überraschung auf uns: Freie Fahrt in allen Straßenbahnen. Keine Tickets, einfach einsteigen und los. Natürlich wurden erst mal Fotos von den Anzeigen gemacht. Und vielleicht ist das ja ein Anreiz an andere Verkehrsverbünde zur Adventszeit solche Aktionen zu machen...
Dann ging die Suche nach dem Weihnachtsmarkt los. Erst mal ins Zentrum rein und dann weiter schauen. Leider war unsere Ausbeute eher ernüchternd. Zwei kleine Weihnachtsmärkte und eine überfüllte Innenstadt warteten auf uns. Nach einigem Bummeln, durch die Stadt wandeln und Kopf einziehen bei den heftigen Windböen, ging es weiter zum Schlossberg. Es gab 3 Möglichkeiten für uns: Laufen, den Lift nehmen und bezahlen oder die Schlossbergbahn. Hoch sind wir, sportlich wie wir sind, gelaufen. Ein ziemlich steiler Anstieg, der sich am Ende echt gelohnt hat. Die Aussicht auf Graz war imposant, und die Sicht klarte immer weiter auf. Am Ende konnten wir bis zu den Bergen auf der anderen Stadtseite sehen. Fotos findet ihr natürlich im Fotoalbum.
Der Weg nach unten war dann doch ein wenig bequemer. Wir haben unser Glück der Freifahrt genutzt und sind mit der Schlossbergbahn gefahren. Das ging aber so richtig Steil abwärts...
Nach dem steilen Anstieg knurrte der Magen und wir enterten den vorher schon gesichteten Vapiano. Meine Güte, war der überfüllt. Auf unser Essen haben bestimmt 30 Minuten gewartet. Geschmeckt hat es trotzdem. Mit der Stärkung im Bauch traten wir so langsam den Heimweg an. Noch schnell leckeren Baumkuchen für Sara und Melli und eine neue Wärmflasche für mich kaufen und ab zum Bus. Die nächsten 3 Stunden saßen wir uns dann wieder den Po platt und um kurz vor 7 waren wir wieder daheim und ein schöner, langer und manchmal ziemlich kalter Tag ging zu Ende.
Graz ist für alle empfehlenswert, die Stadtflair und alte Häuser mögen. Vielleicht haben wir den eigentlichen Weihnachtsmarkt auch nicht gefunden, aber ich glaube im Sommer oder Frühjahr ist die Stadt schöner. Was mir aber auch dort fehlt ist das Grüne. Weder in Klagenfurt noch in Graz habe ich wirklich schöne Grünflächen gesehen, oder zumindest mal mehr als einen einbetonierten Baum in den Straßen. Die Aussicht vom Schlossberg ist aber auf jeden Fall mehr als bemerkenswert.
Monja
Link: Fotoalbum Kindergarten der Träume
Link: Stadtportal Graz - Willkommen in Graz