Samstag, 16. Dezember 2017

Weihnachtsmann, Christkind, Nikolo.... Wer denn nun ?

Moin Moin aus dem Süden!

Bald ist es soweit und Weihnachten steht vor der Tür. Mal wieder schneller als erwartet ging die bisherige Adventszeit vorbei und langsam füllt sich der Mini-Koffer für die Heimfahrt über die Feiertage. Im Kindergarten spielen wir fleißig das Krippenspiel und die letzten Geschenke werden zusammengesucht. Auf unserem Jahreszeitentisch wandern Maria und Josef jeden Tag ein Stückchen weiter, damit sie am 24. an der Krippe ankommen. Die Kinder werden langsam aufgeregt und eine leichte Weihnachsstimmung im stressigen Alltag macht sich breit.

Zusätzlich zu der Weihnachtstimmung hat sich bei mir ein wenig Verwirrung eingeschlichen. Über die letzten Wochen fielen die verschiedensten Namen in für mich manchmal neuen Zusammenhängen. Ich habe das mal ein wenig zusammengetragen:

Nikolo: - auch Nikolaus genannt, kommt am Abend des 5.12. und bringt Mandarinen, Nüsse, Schokolade und kleine Geschenke

Krampus: - kommt zusammen mit dem Nikolaus. Mehr dazu in meinem Blogbeitrag zum Krampuslauf

Christkind: -kommt am 24.12. und bringt die Geschenke, ist das Jesuskind und ist jedem bekannt


Und der Weihnachtsmann? Da fängt es an. Anfang Dezember habe ich mit den Kindern über den Weihnachtsmann geredet. Nichts ahnend, versteht sich. Dann, am 5.12. die Überraschung: "Monja, morgen kommt der Weihnachtsmann zu mir und dann bringt er Geschenke!". Moment, am 5.12.? Auf meine Frage, ob der denn nicht erst am 24.12. kommt, kam ein fragender Blick als Antwort und mir wurde sofort erklärt, dass da doch das Christkind kommt.Okay, soweit kam ich mit. Aber was ist dann mit dem Nikolaus/Nikolo? "Aber Monja, weißt du denn nicht? Das ist doch der Weihnachtsmann." war dann die Antwort. Gepaart mit einem sehr erwachsenen, wissenden und ein wenig mitleidigen Gesichtsausdruck. Also ist der Weihnachtsmann der Nikolaus und am Heiligabend kommt das Christkind. Gut.
In einem anderen Gespräch mit anderen Kindern hörte ich dann widerum, dass der Weihnachtsmann auch am 24. 12. kommt und dem Christkind hilft. Ein wieder anderes Kind konnte mit dem Begriff "Weihnachtsmann" nicht so richtig etwas anfangen.

 Also habe ich mal meine Gastmama Gabi gefragt und es kam raus: Der Weihnachtsmann ist hier in Österreich gar nicht so verbreitet und am Heiligabend kommt das Christkind. Da bin ich wohl mit meinen Kindheitserfahrungen vom Weihnachtsmann auf dem österreichischen Holzweg unterwegs gewesen. Zumindest aber das Schuhe putzen und vor die Tür stellen für den Nikolaus müssten sie doch aber dann hier kennen, dachte ich mir. Aber auch damit war ich falsch informiert. Nur wenige Kinder kennen das "Ritual".

Als dann am 6.12. Nikolaustag war, beschloss ich dieses kleine Ritual bei den Kindern zu machen. Da ich vormittags in einer anderen Gruppe ausgeholfen habe, passte es gut und auf dem Weg in meine Gruppe hab ich mir von jedem Kind einen Schuh geschnappt, ein wenig Schokolade hineingelegt und sie alle vor der Tür nach draußen aufgereiht. Dann gings nach oben in den Morgenkreis, in dem die Kinder gespannt auf den Nikolaus gewartet haben. Die Enttäuschung war groß, als dann ich durch die Tür kam. Leider hatte der Nikolaus dieses Jahr zu viel zu tun, und hat es nicht geschafft im Kindergarten vorbeizukommen. Doch sein Helfer Knecht Ruprecht hat den Sack und einen Brief gebracht. Bei der Jause wurde dann der Sack geplündert und die sehr leckeren Lebkuchen, Mandarinen, Nüsse und Äpfel verspeist. Einige Kinder guckten immer noch bedröppelt drein. Dieses Jahr hat der Nikolaus es zum ersten Mal nicht geschafft. In den anderen Gruppen war es genauso. Aufgehellt haben sich die Gesichter jedoch, als sie die gefüllten Schuhe gefunden haben und mit der Schokolade im Mund ging das Anziehen auch fast ein bisschen schneller.
Ich hoffe, die (kleinen) Großen haben das Nikolausfest trotz dem fehlenden Nikolaus genossen.

Und ich bin gespannt, was dann am 24. bei mir kommt: Christkind oder Weihnachtsmann....

Monja

Sonntag, 10. Dezember 2017

Ein Tag in Graz #roadtrip1

Servus!

"Wo wollen wir denn mal hin?" Diese Frage haben wir uns schon vor einiger Zeit gestellt, und schnell war klar, dass es viele Ziele gibt: Laibach (Ljubeljana), Graz, Venedig, Wien,...
Da wir vom Weihnachtsmarkt hier in Klagenfurt nur mäßig begeistert sind, stand schnell fest, dass es diesen Winter noch nach Graz gehen soll. Schließlich sollte der Weihnachtsmarkt, hier sagt man übrigens Christkindlmarkt, ganz schön da sein.
Also schnell nach einer Verbindung gesucht. Der Mut hat uns allerdings verlassen, als die Zugfahrt für jeden knapp 50€ hätte kosten sollen. Aber es gibt ja noch Flixxbus. Also darüber buchen und nur 35€ bezahlen. Leider dafür dann auch um 7:30 am Bahnhof sein. Morgens. Wer mich kennt, weiß, dass frühes Aufstehen nicht unbedingt zu meinen Top-Qualitäten zählt, aber wat muss dat muss.

Da Freitag ein Feiertag war, konnte ich da schon mal ein wenig ausschlafen. Abends sind dann Melli und Sara vorbeigekommen. Übernachten ist definitiv die beste Idee gewesen. Morgens klingelte dann um 6:00 der Wecker und um 7:00 sind wir los zum Bahnhof. Noch kurz Frühstück kaufen und dann gemütlich ganz vorne im Bus sitzen und 3 Stunden Busfahren absitzen. Auf dem Weg fuhren wir durch enge Straßen und kleine Orte, während Alles weiß bedeckt war. Ein echt schönes Winterwunderland. Das Umsteigen in St. Michael lief auch gut und kurze Zeit später waren wir da.

In Graz wartete eine sehr praktische Überraschung auf uns: Freie Fahrt in allen Straßenbahnen. Keine Tickets, einfach einsteigen und los. Natürlich wurden erst mal Fotos von den Anzeigen gemacht. Und vielleicht ist das ja ein Anreiz an andere Verkehrsverbünde zur Adventszeit solche Aktionen zu machen...
Dann ging die Suche nach dem Weihnachtsmarkt los. Erst mal ins Zentrum rein und dann weiter schauen. Leider war unsere Ausbeute eher ernüchternd. Zwei kleine Weihnachtsmärkte und eine überfüllte Innenstadt warteten auf uns. Nach einigem Bummeln, durch die Stadt wandeln und Kopf einziehen bei den heftigen Windböen, ging es weiter zum Schlossberg. Es gab 3 Möglichkeiten für uns: Laufen, den Lift nehmen und bezahlen oder die Schlossbergbahn. Hoch sind wir, sportlich wie wir sind, gelaufen. Ein ziemlich steiler Anstieg, der sich am Ende echt gelohnt hat. Die Aussicht auf Graz war imposant, und die Sicht klarte immer weiter auf. Am Ende konnten wir bis zu den Bergen auf der anderen Stadtseite sehen. Fotos findet ihr natürlich im Fotoalbum.
Der Weg nach unten war dann doch ein wenig bequemer. Wir haben unser Glück der Freifahrt genutzt und sind mit der Schlossbergbahn gefahren. Das ging aber so richtig Steil abwärts...

Nach dem steilen Anstieg knurrte der Magen und wir enterten den vorher schon gesichteten Vapiano. Meine Güte, war der überfüllt. Auf unser Essen haben bestimmt 30 Minuten gewartet. Geschmeckt hat es trotzdem. Mit der Stärkung im Bauch traten wir so langsam den Heimweg an. Noch schnell leckeren Baumkuchen für Sara und Melli und eine neue Wärmflasche für mich kaufen und ab zum Bus. Die nächsten 3 Stunden saßen wir uns dann wieder den Po platt und um kurz vor 7 waren wir wieder daheim und ein schöner, langer und manchmal ziemlich kalter Tag ging zu Ende.

Graz ist für alle empfehlenswert, die Stadtflair und alte Häuser mögen. Vielleicht haben wir den eigentlichen Weihnachtsmarkt auch nicht gefunden, aber ich glaube im Sommer oder Frühjahr ist die Stadt schöner. Was mir aber auch dort fehlt ist das Grüne. Weder in Klagenfurt noch in Graz habe ich wirklich schöne Grünflächen gesehen, oder zumindest mal mehr als einen einbetonierten Baum in den Straßen. Die Aussicht vom Schlossberg ist aber auf jeden Fall mehr als bemerkenswert.

Monja

Link: Fotoalbum Kindergarten der Träume
Link: Stadtportal Graz - Willkommen in Graz 
  






Samstag, 9. Dezember 2017

Zwergenreich und Weihnachtsbazar

Guten Abend!
Glaubt ihr eigentlich an Zwerge? Diese kleinen (Wald)-Bewohner, die allerlei Abenteuer erleben und den Menschen  (meistens) nur Gutes tun?
Die Kinder in meiner Gruppe sind der festen Überzeugung, dass es Zwerge gibt und die Geschichten über Liputo den Zwerg hören sie meines Erachtens nach mit am liebsten. Dann sitzen sie alle auf ihrem Stockerln (Stühlchen) und hören gespannte zu wenn Ober-Wichtelin Gabi ihnen eine neue Geschichte vorliest.
Kein Wunder also, dass das Zwergenreich auf dem Weihnachtsbazar der Waldorfschule immer gut gefüllt war. Der diesjährige Basar lief unter dem Titel "beflügelt" und war eine bunte Mischung aus Workshops, Verkaufsständen, Kaffee und Kuchen und Lamas. Ja, es gab wirklich Lamas. Zum streicheln, striegeln und spazieren gehen. Ich bin der festen Überzeugung, dass ich noch nie so viele Lamas gesehen habe wie in den letzten 3 Wochen.
Wir vom Kindergarten hatten auch einen eigenen Verkaufsstand, an dem wir Selbstgebasteltes verkauft haben. Und wir haben ein Zwergenreich gebaut. Ein ganzer Klassenraum wurde umgebaut und eingerichtet wie eine kleine andere Welt für die Kleinen. Man konnte kleine Nussschiffchen mit Kerze basteln, eigene Zwerge nähen aus Tschurtschen (Tannenzapfen), einem Stück Filz und Watte als Bart, ausserdem konnte man eine kleine Zwergenjause machen und  sich Bücher anschauen und vorlesen lassen. Alles liebevoll dekoriert, abgedunkelt und mit fleissigen Helfern. Einige Kinder haben bis zu 3 Stunden darin verbracht und um die 7 Zwerge genäht. Ich selbst habe auch zwei Zwerge genäht, die jetzt als Deko in meinem Zimmer stehen.
Ein weiteres Highlight war die Märchenbühne. Mit dem Märchen "Der Wolf  und die 7 Geißlein" haben Emilia und Sabine Groß und Klein begeistert und ich freue mich schon darauf, nächste Woche ihre Vorstellung von dem "Hirtenmädchen Magdalena" zu sehen. Das Schauspiel ist auf jeden Fall zu empfehlen. Auch wegen der selbstgemachten Requisiten. Alles ist liebevoll gebastelt, gefilzt oder gebaut.
Die Workshops waren verschiedener Art: Kerzen ziehen, Engel Filzen, Lebkuchenwerkstatt, Wohlfühlkissen, Zen-Gärten.... für jeden war etwas dabei.
Ein großes persönliches Highlight waren auf jeden Fall die kostenlosen Bücher. Ich glaube ich habe 8 Stück mitgenommen und bin sehr glücklich über meinen "Fang". Ein richtiges Buch in der Hand ist doch etwas anderes als ein EBook...
Als Freiwillige war ich als Helferin im Zwergenreich eingeteilt und habe beim Verkauf geholfen. Ausserdem beim Abbau am Ende. Der Tag war vielleicht nicht lang, aber auf eine gewisse Weise anstrengend. Spaß gemacht hat es trotzdem und ein Besuch auf einem Waldorfbazar kann ich jedem ans Herz legen. Es gibt so viele schöne Sachen....
Einen gemütlichen Abend noch,
Monja

Dienstag, 5. Dezember 2017

Apfellichter, Spiralen und endlich Schnee

Guten Abend allerseits!

Der Winter ist nun endgültig in Klagenfurt angekommen und die dicken Pullis kommen zum Einsatz. Bei Minusgraden setze auch ich dann mal meine Mütze auf und ziehe Handschuhe an. Ist sonst doch ein wenig kalt um die Ohren herum. Außerdem habe ich ja eine Vorbildfunktion, und die Kinder sollen ihre Mützen, hier auch Haube oder Kappe genannt, tragen. Auf die Kinder bin ich derweil ziemlich neidisch. Mit ihren warmen Schneeanzügen sind sie draußen vor allem geschützt, was da so vom Himmel fällt. Am Donnerstag war es dann endlich Schnee und nicht mehr dieser eklige halb-Regen-halb-Schnee-oder-doch-lieber-Nebel-Mist. In dichten, dicken weißen Flocken fiel er herunter und beim Jausen am Morgen war schon alles weiß. Natürlich ging es dann sofort in den Garten. Schneemänner bauen stand ganz oben auf der Liste der Kinder. Und natürlich die FSJlerin mit Schnee bewerfen. Blöd nur, wenn die zurück wirft und viel größere Schneebälle machen kann...
Nass und durchgefroren war ich am Ende trotzdem. Das lag aber vielleicht auch ein wenig an dem Schneeengel, den ich gemacht habe. Neben riesigen Schneemännern erwachten übrigens auch ein Schneeeinhorn namens Hörnchen und ein Schneestier zum Leben. Zusammen mit einem Mädchen habe ich auf ihren Wunsch hin mit ihr diese beiden wundervollen Schneegestalten gebaut. Wie sehr ich das doch vermisst habe....

Der Schnee kam aber nicht nur passend zum Spielen draußen, sondern auch zu unserem Adventgärtlein am Freitag. Nachdem die letzten Kinder zum Mittag hin abgeholt waren, begannen die Vorbereitungen: Am Boden des größten Raumes wurde aus Tüchern und Tannenzweigen eine große Spirale gelegt. In einigem Abstand wurden Sterne auf der Spirale verteilt, die am Ende die Standpunkte unserer liebevoll hergerichteten Apfellichter waren. In der Mitte der Spirale und des Raumes stand eine große, mit Sternen verzierte Kerze. Liebevoll dekoriert mit Tannenzweigen und Edelsteinen bildetet sie das Zentrum. An den Wänden waren blaue Tücher mit Sternen aufgehängt und anstatt dem elektrischen Licht gab es nur Teelichter und die große Kerzen in der Mitte. Am äußeren Ende, oder auch dem Anfang/Eingang der Spirale eine Lilie. Ich hab mich natürlich erst mal gelb eingefärbt beim Aufbau...Man sollte einfach nicht an allen Blumen riechen...
Um die Spirale standen die Stühle für die Kinder und einige Sitzgelegenheiten für die Eltern. Auch unser Harfinist hatte seinen eigenen Platz.

Um 16:00 ging es mit unserem Fest los. Zuerst gab es nur eine Ansprache für die Eltern, für die Kinder eine Geschichte. Schließlich zogen wir in einer langen Kette in den dunklen Raum mit der Spirale. Nach den ersten Weihnachtslieder ist das erste Kind in die Spirale gezogen. Zuerst hat es ein Apfellicht bekommen, welches es dann an der großen Kerze in der Mitte entzündet hat und auf einen Stern gestellt hat. Nach und nach zogen alle Kinder in die Spirale, während wir gesungen habe und die Harfe gespielt wurde. Die Atmosphäre war innig, feierlich und ganz ruhig. Mit jedem Apfellicht, das auf seinen Platz in der Spirale gestellt wurde, erleuchtete der Raum immer heller, bis es nach 21 Kerzen so hell war, wie mit den normalen Lampen. Es wurde angenehm warm und es war eine ganz eigene, behagliche Stimmung. Ich mag Kerzenlicht generell sehr gern und dieses Licht mit den Liedern und dem Schnee war eine Atmosphäre und ein Erlebnis, das ich noch lange in Erinnerung behalten habe. Am Ende haben wir die Kinder angezogen, während die Eltern die Kerzen gelöscht und mit nach draußen genommen haben. Draußen wurde dann noch ein Abendlied gesungen - sogar im Kanon - und damit war der Abend offiziell zu Ende.

Danach hat eine weitere Gruppe ihr Adventgärtlein gefeiert und auch das habe ich miterleben können. Ein Kind, das mich sonst eher weniger kennt hat mich sogar gebeten, mit ihm zusammen in die Spirale zu gehen. Eine große Ehre, die mich sehr gefreut hat. Als schlussendlich alle Familien verabschiedet waren, haben wir uns ans Aufräumen und wieder herrichten der Räume gemacht. Schränke schleppen, Bohren, Fegen, Aufbauen,.. alles was da so zugehört war in kürzester Zeit erledigt und gegen 20 Uhr war ich wieder zu Hause.

Der Gedanke des Adventgärtlein stammt aus den 30ern, als Schwester Inge, eine Pädagogin auf dem "Lauenstein" (der ersten anthroposophischen heilpädagogischen Einrichtung) die Idee hatte, mit ihren Kinder die Adventszeit auf eine besondere Weise einzuleiten. Der ursprüngliche Gedanke war, eine kleine Spirale auf einem Tisch zu legen, aber als Rudolf Steiner auf der Weihnachtstagung 1923 davon erfuhr, schlug er vor, die Spirale groß und begehbar auf den Boden zu legen, um das Geschehnis mit dem Leib erlebbar zu machen. Seit dem wird die Adventstzeit vielerorts so eingeleitet. 

Das Adventgärtlein bildet im Übrigen eine Abrundung des Kanons der Jahresfeste: 
Weihnachten-Johanni, Ostern-Michael, Pfingsten-Adventgärtlein. 

Zu Pfingsten schenkt Christus den Jüngern das Licht, sie tragen es in die Welt und erleuchten diese. Beim Adventgärtlein ist dies dann genau umgedreht: 
Nur jeder Mensch kann für sich sein Licht am Christuslicht, die Kerze/das Licht in unserer Mitte, entzünden und die Welt erleuchten. Mit Hilfe der Gaben von Sankt Michael (Geisteskraft und Mut), Sankt Martin (Seelenkraft und Wärme), Sankt Nikolaus (Lebenskräfte und Stärke) sind wir stark genug, unser eigenes Licht an der Christuskerze zu entzünden und neu zu beginnen. 
Der Apfel dient dabei als Symbol für den Sünden-Apfel (Adam und Eva) und wird von der Lichtkraft und damit der reinen Liebe überstrahlt. 

Auch die Spirale hat einen Hintergrund:
Sie ist das Urbild aller Lebensprozesse. Alles, Winter und Sommer, Ein- und Ausatmen, Enge und Weite sind Prozesse ständiger Bewegung und wenn sie den Punkt der Wende erreicht haben und die Umkehr beginnen. 
Der Weg in mich selbst, der Enge, darauf ein Moment der Ruhe und die Umkehrung auf den Weg in die Weite der Welt. Die Natur selbst ist gefüllt mit Spiralen, seien es Schneckenhäuschen, Sonnenblumenkerne oder den Wellen am Strand. Auch ist sie in allen Jahrhunderten vertreten und hat in diversen Kulturen und Religionen eine besondere Rolle. Auch in der Kunst und der Architektur findet man sie: der goldene Schnitt und zum Beispiel Hundertwassers Häuser. 
Kinder malen zumeist als erstes eine Spirale, auch wenn sie schief und krumm ist. Besonders im Kindergarten kann ich das sehr gut beobachten und ich erinnere mich an ein paar meiner ersten Bilder.  Auch die Milchstraße ist eine Spirale.

Hundertwasser sagte einmal über die Spiralen: 

Die Spirale liegt genau dort, wo die leblose Materie sich in Leben umwandelt. [...] Unsere Erde beschreibt den Lauf der Spirale. Wir gehen im Kreis, aber wir kommen nie wieder an den Punkt zurück, der Kreis schließt sich nicht, wir kommen nur in die Nähe des Punktes, wo wir gewesen sind. [...]
Die Spirale bedeutet Leben und Tod nach allen Richtungen. Nach außen läuft sie in die Geburt, ins Leben und anschließend durch ein sich scheinbar Auflösen ins zu Große, in außerirdische, nicht mehr meßbare Bereiche.
Nach innen kondensiert sie sich durch Konzentration zum Leben und wird anschließend in unendlich kleinen Regionen wieder etwas, was wir als Tod bezeichnen, weil es sich unserer messenden Wahrnehmung entzieht.


Mit diesen doch etwas tiefgründigeren, besinnlichen Gedanken verabschiede ich mich und wünsche einen angenehmen Abend.

Monja

Link Das Adventgärtlein- die Idee
Link Hundertwasser und die Spiralen  
Link Neues Fotos


Montag, 4. Dezember 2017

Laterne, Laterne, Sonne Mond und Sterne

Servus!

Reichlich spät aber noch immer detailliert folgt hier sogleich der Eintrag über unser Laternefest. Die letzten Wochen waren trubelig und es blieb kaum Zeit zum schreiben. Vielleicht ist das Ganze ja aber trotzdem interessant für euch:

Vor einigen Wochen begann bei uns im Kindergarten eine Zeit des emsigen Arbeitens: Laternen mussten gerichtet und gebastelt werden. 23 Stück an der Zahl. Also Kreise und Zacken vorzeichnen und aufpassen, dass der Ring nicht ausversehen durchgeschnitten wird. Dann Transparentpapier gestalten, verkleben und an Stöcken befestigen. Und ganz wichtig: Kerzen nicht vergessen!

Noch am Vormittag des großen Tages wurden die letzten Laternen geklebt und ich glaube ohne unsere Praktikantin Laura hätten wir das nicht geschafft. Auch hat sie sich unserer Laternen angenommen und sie wunderschön gestaltet. Während gebastelt wurde, habe ich mich daran versucht, Mondhörnchen/Martinshörnchen zu backen. Gar nicht so einfach, das Rezept fotografiere ich euch noch ab. Mit den Kindern zusammen habe ich die Hörnchen geformt und dann am Nachmittag nach Feierabend ging es weiter mit dem Vorbereiten des Umzuges. Am großen Pavillion haben wir Kerzen aufgestellt und auf der großen Wiese alles für das eingeübte Herbstspiel hergerichtet. Kaum waren wir fertig, kamen die ersten Kinder. Als alle eingetrudelt waren, wurden die Eltern mit den Laternen auf die große Wiese geschickte, während die Kinder die mega süßen Zwergenmützen aufgesetzt haben. Zusammen sind wir dann singend zu den Eltern gelaufen.

Bei dem Herbstspiel ziehen die Zwerge und eine Maus, ein Igel und ein Eichhörnchen zu Mutter Erde um im Winter geschützt zu sein. Das wird durch einen Reigen und Singspiele dargestellt. Es hat super geklappt und es war nur ein bisschen kalt auf dem Wiesenboden. Danach begann der Umzug: Um den kleinen See herum, durch den inzwischen dunklen Wald an der Kreuzberglkirche vorbei zum kleinen Pavillion. Da Annas Gruppe zur gleichen Zeit ihren Laternenumzug gefeiert hat, gab es da einen keinen Engpass und nach ein wenig Warten und Singen konnten wir zusammen bei Tee und Mondhörnchen (die sehr trocken geworden sind, leider) im kleinen Pavillion sitzen und singen. Danach ging es wieder in den dunklen Wald. Und ich meine stockdunkel. Ich hab zeitweise nichts mehr gesehen und hatte das Gefühl, jederzeit gegen einen Baum zu laufen. Zum Glück ist aber alles gut gegangen. Zum Schluss haben wir uns noch einmal gesammelt und ein Gute-Nacht-Lied gesungen. Gut durchgefroren und ein wenig müde war dann ein langer Tag zu Ende.

 Die Laternen werden beim Laternenfest als Inneres Licht gedeutet, dem man folgen soll. Es erleuchtet das Dunkle und gibt uns Sicherheit. Auch geht es dabei um die Legende des Sankt Martins, der einem Bettler die Hälfte seines Mantels schenkte. Nach einer Traumbegegnung mit Jesus, der sich als der Bettler verkleidet hatte, verließ der junge Offizier die Armee und wurde Mönch und später auch Bischof. Mit dem Teilen des Mantels brachte Sankt Martin das Licht der Barmherzigkeit in die Welt, welches ebenfalls durch die Laternen symbolisiert wird

Mit der Gruppe haben wir schon vorher die Legende des St. Martins im Morgenkreis erzählt und die Geschichte dazu gelesen. Die Kinder mögen die Geschichte sehr, was vielleicht auch an dem Mantel liegt, den man wirklich mit einem Schwert teilen kann.

Auf jeden Fall ist diese Zeit im Jahr sehr schön, weil sich alles auf Winter einstellt und der Herbst die Farbenpalette der Natur ändert. Auch in unserem Gruppenraum ändern sich die Farben und die angezündeten Kerzen sorgen für Gemütlichkeit im Alltagsstress. Beim Jausen zünden wir immer eine Kerze an, und egal wir stressig der Morgen davor war, in dem Moment bemühe ich mich zur Ruhe zu kommen und einmal tief zu Atmen und mich ganz arauf zu konzentrieren. Auch die Tischgebete und Sprüche haben für mich an Bedeutung gewonnen. Ohne fühlt es sich ein wenig leer an. Ich glaube immer noch nicht direkt an Gott, aber dieses Danke sagen ist doch etwas besonderes , auf das ich seit dem ich hier bin mehr geachtet habe. Der Wert von Essen und den Dingen die ich besitze ist mir bewusster und einmal Danke dafür zu sagen tut gut. 

Die Legende des St. Martin verlinke ich euch unten und freue mich über Rückmeldungen. Als Nächstes werde ich über Heileurythmie und den Weihnachtsbazar berichten. 

Lieben Gruß aus dem verschneiten und kalten Österreich!

Monja 

Link Legende des Sankt Martins - Kindgerecht erklärt
und  Legende des St. Martins - Waldorfkindergarten Scheessel

Vortrag: Mentale Störungen als Ausdruck der Ängste unserer Zeit

Hallo aus dem verschneiten Österreich!

Hier kommt der Beitrag zu dem Vortrag, den ich vor Wochen besuchen durfte. Inzwischen ist es glaube ich fast ein Monat. Wie gut, dass ich mitgeschrieben habe und solches Wissen nicht so schnell aktualisiert werden kann....

Am 3.11.2017 hat der Anthroposoph und Autor, sowie Lehrer Marcus Schneider im Europahaus in Klagenfurt einen Vortrag zum Thema Mentale Störungen gehalten. Den Aushang dazu habe ich im Kindergarten gesehen und mein Interesse war schnell geweckt. Wer will auch nicht gern wissen wo gewisse mentale Störungen herkommen könnten?
Marcus Schneider ist 1954 geboren und ehemaliger Lehrer der Rudolf Steiner Schule Basel. Außerdem ist er Leiter der Höheren Fachschule Anthroposophische Pädagogik HFAP Dornach und Vorsitzender des Paracelsus-Zweiges in Basel. Mit seinen Vorträgen reist er herum und seine Bücher verkaufen sich gut. Als Redner ist er, wie ich an dem Abend erfahren konnte, ebenfalls talentiert und der Abend war sehr spannend.

Begonnen hat er den Vortrag mit dem Schwellenalter des 3.-4. Jahrsiebt.

In der Anthroposophie wird in Jahrsiebten gesprochen, in denen sich der Leib, die Seele und der Geist entwickeln. Am Ende eines jeden Jahrsiebt findet eine Ich-Geburt statt, die sehr wichtig für die Entwicklung ist, da dort sich das neu "Erworbene" festigt.

Besonders wichtig ist in diesem Schwellenalter die "Anbindung an die Zivilisation". Also seinen Platz zu finden und zu lernen, mit beiden Beinen selbst auf dem Boden zu stehen. Das kann zum Beispiel durch Erinnerungen, Erwartungen, Hemmungen und falsche Hoffnungen behindert werden, was zu emotionalen Differenzen und zum Beginn des Zerfalls der Säulen der Waldorfpädagogik führt und damit zu mentalen Störungen.

Kurz als Hilfe: Die drei Säulen sind Denken, Fühlen, Wollen. Denken bedeutet so viel wie: "was erkenne ich, eigene Ideen und Zusammenhänge", Fühlen steht für " Beziehungen aufbauen, Gefühle und Differenzierung" und das Wollen ist das tätig werden, das schaffen und die physische Begegnung. Im Kindesalter wird in umgekehrter Reihenfolge erlebt, das bedeutet die Kinder fangen beim Wollen an und danach wird erst nachgedacht, während Erwachsene erst denken und dann tun.

Ein Thema, das durch den gesamten Abend geführt hat war das Vergessen.
"Wer nicht verarbeiten kann was er erlebt, kann es nicht vergessen. Und wer nicht vergessen kann, wird krank."
In diesem Fall bedeutet Vergessen nicht "Aus den Augen aus dem Sinn", sondern beschreibt das Verarbeiten von und Einfermentieren/ Einschlafen lassen von ganten Erlebniskomplexen. Das ist nach Schneider sehr wichtig und heilsam. Kenne ich von mir auch: Wenn mich etwas zu sehr beschäftigt, werde ich unruhig und mit Pech auch krank.
Ab diesem Punkt in seiner Rede fing es an wirklich spannend zu werden. Es ging nämlich um verschiedene Krankeiten, deren Symptome und wie das große Ganze zusammenhängt. Beispielsweise das Asperger-Syndrom oder Ritzen/Borderline.

Asperger beschrieb er als einseitige Hochbegabung mit großen sozialen Defiziten, wie fehlender Empathie und der erschwerten Kontaktaufnahme. Für Schneider hängt dieses Sydrom mit einer Störung der Grundsäule und dem nicht vergessen können zusammen. Beispielsweise das schlechte Erfahrungen im (Klein)kindsalter die weitere Entwicklung geprägt haben.

Das Ritzen/Borderline hat er detaillierter betrachtet. Das Bedürfnis, sich zu verletzen stammt demnach aus dem Gefühl, sich selbst nicht mehr zu spüren und dem eingesperrt sein in der eigenen Seele. Der Betroffene sieht den Blutaustritt als Zeichen der eigenen Präsenz, da "der Ausdruck des Ichs [...] Wärme und Blut [ist]". Außerdem kann Blut als Zeichen von Eisen gedeutet werden und damit auf einen Eisenmangel hinweisen. Eine Annahme, die für mich doch etwas weit hergeholt ist. Der Gedanke, sich selbst spüren zu wollen scheint mir aber schlüssig. 

Marcus Schneider sieht den Grund der geistigen Störung dabei in der "Nichtentfaltung des geistlichen Kerns" und hatte passend dazu das Zitat
"Wo der Geist verleugnet wird, wird Blut fließen"
von Rudolf Steiner mit dabei. Das diente auch zur Überleitung ist das Thema Terroranschläge und Blutvergießen. In seinen Augen ist dies ein Hilferuf der Seele, die sich nicht entfalten konnte. Als Lösung schlug er (halb scherzend) vor, den Betroffenen ein Pony zu schenken. Die Tierpädagogik/Tiertherapie sei eine maßgebliche Hilfe bei der Selbstfindung und der sozialen Einbindung und damit dem Anbinden an die Zivilisation, da viel auf ursprünglicher Kommunikation basiert im Umgang mit Tieren. Im gleichen Atemzug erwähnte Eurythmie, welches als Bewegungsfach in der Schule reinigende und beinahe meditative, nach innen gekehrte Absichten hat.

Abschließend ging er noch auf das Thema Glauben ein, da auch dies in der Waldorfpädagogik stark vertreten ist. Vor dem Essen wird ein Spruch gesagt und nach dem Essen bedankt man sich "für Speis und Trank". Neu war mir, dass Religion als Bewegungsfach zählt, da man innerlich bewegt wird.
Sehr lobenswert fand ich, dass er als letzten Satz aufrief, zu hinterfragen und kritisch zu sein. Besonders beim Aspekt Religion.


Das Publikum war gemischt, bestand aber zu großen Teilen aus Lehrer(innen) und Pädagogen/innen. Bei dem ausgestellten Büchertisch habe ich dann noch das Buch "Die Erziehung des Kindes" von Steiner erstanden, auf das ich schon gespannt bin. Von dem Vortrag mitgenommen habe ich den Aspekt des "Nichtentfalten können" und des "Vergessens als Verarbeitung".

Dieser Beitrag war doch ein wenig sehr trocken, daher folgt der Beitrag über das Laternenfest und dann ein Beitrag über den ersten Schnee und unser Adventgärtlein. Passend dazu natürlich dann Fotos. Und ich habe es nicht vergessen, die Michaeligeschichte kommt auch noch, ich bin noch am Suchen nach der Version, die wir gelesen haben.

Aber erst mal einen ruhigen Samstag und morgen einen schönen 1. Advent

Monja

Links:
Marcus Schneider Bücher